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Gesundheit

Organspende Skandal: PKV-Verband widerspricht Grünen

11. September 2012

Der Verband der privaten Krankenversicherung widerspricht dem Vorwurf des Gesundheitsexperten der Grünen, Harald Terpe, dass Privatpatienten bei der Vergabe von Spenderorganen gegenüber Kassenpatienten bevorzugt würden. Die diesbezüglich aufgestellten Berechnungen beruhen nach Ansicht des PKV-Verbandes demnach auf einem unzulässig angestellten Vergleich. Die Rangfolge für die Vergabe von Spende-Organen habe demnach nichts mit dem Versichertenstatus des potentiellen Spende-Organempfängers zu tun, so der PKV-Verband. Der Gesundheitsexperte der Grünen, zugleich Bundestagsabgeordneter, hatte in einem Medienbericht im Rahmen des Organspende Skandals Vorwürfe in Richtung der PKV erhoben, dass Privatpatienten gegenüber den gesetzlich Versicherten bei der Vergabe von Spenderorganen bevorzugt werden könnten.

 

Organspende Skandal: Unregelmäßigkeiten zwischen Rang und Warteliste festgestellt

Terpe stellte demnach insbesondere Unregelmäßigkeiten beim Vergleich zwischen dem Rang der Warteliste und dem vergangenen Zeitpunkt bis zur Operation fest. Zuletzt seien demnach 9,7 Prozent der auf eine Leber wartenden Patienten Mitglied der PKV gewesen. Im Vergleich zu den Spende-Organempfängern betrug der Anteil der Privatpatienten hingegen 13,1 Prozent. Der PKV-Verband kritisierte Terpe scharf und warf ihm vor, dass dieser „unzulässige Stichtags-Daten vom August 2012 mit den Ganzjahressummen von 2011 miteinander kombiniere“. Dadurch würde ein verzerrter Eindruck erweckt, so der PKV-Verband. Die Tatsache sei demnach vielmehr, dass nach den Angaben der europäischen Organvermittlungsstelle Eurotransplant die Sterblichkeit bei Privatpatienten sogar geringfügig höher sei als bei gesetzlich Versicherten, so der PKV-Verband. Volker Leienbach, Verbandsdirektor der PKV, sagte diesbezüglich wörtlich: „Schon diese Fakten widerlegen die Spekulationen von Herrn Terpe sowie auch seine Vermutungen über den vermeintlich besseren Gesundheitszustand von Privatversicherten“.

 

Leienbach: Organvergabe nur nach medizinisch notwendigen Kriterien nicht nach Versicherungsstatus

Leienbach betonte weiter, dass eine Spende-Organvergabe nur nach den Kriterien der medizinischen Erfolgsaussichten, der Wartezeit und der Dringlichkeit zugeteilt werde. Die Rangfolge der Zuteilung sei unbeeinflusst vom Versicherungsstatus des jeweiligen Betroffenen, so Leinebach. Der PKV-Verband mahnte in diesem Zusammenhang zu mehr Besonnenheit im Umgang mit dem Thema. Dies sei deshalb notwendig, da der zuletzt am Universitätsklinikum Göttingen durch einen Oberarzt hervorgerufene Organspende- Skandal zu einem Rückgang der Spende-Bereitschaft in der Bevölkerung geführt habe. Zusätzlich Verunsicherung könnte diesen Trend noch weiter verschärfen, so der PKV-Verband sinngemäß.

 

 

Uniklinik Göttingen: Oberarzt manipulierte Patientenakten und damit Warteliste für Spenderorgane

In Göttingen hatte ein Oberarzt die Akten von Spende-Empfängern dahin gehend manipuliert, dass die Patientenrangfolge hinsichtlich der Dringlichkeit manipuliert wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arzt vor, für diese Tätigkeit, die an sich schon strafbar ist, auch noch finanzielle Vorteile erhalten zu haben. Seit Bekanntwerden des Spende-Skandals im Universitätsklinikum Göttingen ist die Spende-Bereitschaft in der Bevölkerung deutlich gesunken. Zugleich stieg die Anzahl der verunsicherten Bürger deutlich an. In diesem Zusammenhang ist die Äußerung des PKV-Verbandsvorsitzenden Leienbach durchaus nachvollziehbar.

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