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Leistungsumfang der PKV

Mindestleistungen in der PKV sollen etabliert werden

10. November 2012

PKV

PKV Mindestleistungen

Eine Arbeitsgruppe in der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat noch nicht veröffentlichte Mindestkriterien im Leistungsumfang für Versicherte der PKV erarbeitet. Hierdurch will die Private Krankenversicherung ihr Image gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung verbessern und zudem die eigene Wettbewerbssituation stärken.

Weil die PKV in Teilbereichen im Verhältnis zur gesetzlichen Krankenversicherung schlechtere Leistungen erbringt, litt der Ruf der PKV in den Medien zuletzt sehr stark.

PKV-Verband will regulierende Eingriffe vermeiden

Weil die Diskussion in den Medien nicht nur den privaten Krankenversicherungsunternehmen im einzelnen insgesamt schadet, sondern zugleich auch der gesamten PKV, besteht dringender Handlungsbedarf. Damit es seitens der Bundesregierung keine regulierenden Eingriffe in das Versicherungssystem der PKV gibt, hat die Private Krankenversicherung nunmehr selbst entsprechende Kriterien für einen Mindestleistungsumfang erarbeitet. Hierzu hatte der PKV-Verband Anfang 2012 eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

PKV: Mindestleistung für den Bereich der Psychotherapie

Die erarbeiteten Kriterien für den Mindest-Leistungsumfang umfassen die Bereiche der ambulanten Psychotherapie, Hilfsmittel und Entwöhnungsbehandlungen im Bereich der Suchttherapie. Für den Bereich der Psychotherapie haben Versicherte nun Anspruch auf mindestens 50 Sitzungen pro Jahr. Durchgeführt werden müssen die Therapien durch entsprechend qualifizierte Diplom-Psychologen, speziell ausgebildete Ärzte sowie Psychotherapeuten.

Angleichung an die GKV

Der Privatpatient kann die Leistungszusage von der notwendigen Qualifikation der behandelnden Person abhängig machen. Durch die neue Regelung für den Bereich der Psychotherapie soll eine allmähliche Angleichung an die GKV erreicht werden. Gesetzlich Versicherte indes haben keine Höchstgrenze im Sinne einer psychotherapeutischen Behandlung. Eine psychotherapeutische Leistung in der GKV kann mitunter bis zu 300 Stunden im analytischen Psychotherapiebereich und 100 Stunden im tiefenpsychologischen Bereich betragen.

Suchttherapie und Emtwöhnungsbehandlungen in der PKV

In der PKV sollen nun auch stationäre Suchtbehandlungen sowie ambulante Entwöhnungsbehandlungen enthalten sein. Vorgesehen ist für diesen Bereich eine Selbstbeteiligung von bis zu 30 Prozent. Die Arbeitsgruppe empfiehlt, dass Versicherte ein Anrecht auf Kostenerstattung für drei ambulante oder stationäre Entziehungen erhalten sollen. Von der Entwöhnungsbehandlung kann die Nikotinsucht ausgenommen werden.

Hilfsmittel: Anspruch nur auf einfache Standardvariante

Zudem hat die Arbeitsgruppe für den Bereich der Hilfsmittel beschlossen, dass es keinen geschlossenen Leistungskatalog geben soll. Allerdings haben Versicherte nur Anspruch auf die Standardausführung beziehungsweise die einfachste Variante. Zu den Hilfsmitteln zählen technische Hilfsmittel, Körperersatzstücke im Sinne von Prothesen sowie lebenserhaltende Hilfsmittel. Hierzu zählen auch Beatmungsgeräte. Ausgenommen sind Hilfsmittel, die von der Pflegeversicherung zu erstatten sind. Bisher weisen viele PKV-Versicherungen in bestimmten Tarifen geschlossene Hilfsmittelkataloge auf.

Uneinigkeit innerhalb des PKV-Verbandes

Offenbar gibt es aber innerhalb des PKV-Verbandes noch Uneinigkeit bezüglich der Einführung von Mindestleistungsstandards. Ein Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbandes sieht offenbar nicht die Notwendigkeit für eine psychotherapeutische Leistungspflicht. Ob am Ende der Vorschlag der Arbeitsgruppe seinen Niederschlag in den Tarifen der PKV-Unternehmen finden wird oder ob nur eine aufgeweichte Form integriert wird, bleibt indes abzuwarten.

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