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GKV

Medikamenten-Zuzahlung für Kassenpatienten

11. Februar 2011

Bereits seit Jahren müssen gesetzlich Versicherte hohe Zuzahlungen für Medikamente und Heilmittel leisten, auch die Praxisgebühren belasten nicht unerheblich. Lediglich Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren müssen derzeit noch keine Zuzahlungen leisten, wenn Medikamente verschrieben werden. Auch können chronisch Kranke bei Erreichen der Belastungsgrenze von weiteren Zuzahlungen befreit werden, um deren Aufwand nicht überdurchschnittlich ansteigen zu lassen. Die Belastungsgrenze liegt in Deutschland derzeit bei zwei Prozent des Bruttoeinkommens.

Kassenpatienten tragen höhere Medikamentenzuzahlungen

Wie die Apotheker-Bundesvereinigung jetzt mitteilte, ist die Summe der Zuzahlungen im Jahr 2010 wieder drastisch gestiegen. So mussten Versicherte im Jahr 2010 mehr als 1,8 Milliarden Euro aus eigener Tasche aufbringen. Gegenüber dem Jahr 2009 wurde so eine Mehrbelastung von etwa 70 Millionen Euro erreicht, Tendenz weiter steigend. Auch in den vergangenen Jahren wurde bereits deutlich, dass die Zuzahlungen Jahr für Jahr angestiegen sind, und dies, obwohl die Anzahl der ausgestellten Rezepte nahezu gleich geblieben ist.

Zuzahlungsbefreiungsgrenze für Medikamente gesenkt

Die Gründe für die Erhöhung der Zuzahlungen sind vielschichtig. So wurden im September 2010 beispielsweise zahlreiche Festbeträge und Zuzahlungsbefreiungsgrenzen reduziert, wodurch die Zahl der Medikamente ohne Zuzahlung um rund 50% reduziert wurde. Waren bisher rund 10.000 Medikamente zuzahlungsfrei, sind es jetzt nur noch 5.000 Medikamente, die Versicherte ohne die Zahlung der Medikamentengebühr erhalten können.

Medikamentenzuzahlung aktuell bei 10%

Aktuell müssen gesetzlich Versicherte zu jedem vom Arzt verschriebenen Medikament eine Zuzahlung in Höhe von zehn Prozent leisten. Die Mindestgebühr pro Rezept beträgt jedoch fünf Euro, so dass auch für Medikamente mit geringeren Kosten hohe Gebühren anfallen. Allerdings sei gesichert, dass die Zuzahlungskosten nie höher sein würden als der Wert des tatsächlichen Medikaments. Was für die Versicherten nachteilig ist, ist für die Krankenkassen hingegen vorteilig. Allein durch die Reduzierung der Anzahl zuzahlungsfreier Medikamente sollen Einsparungen in Höhe von 460 Millionen Euro erreicht werden.

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