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Gesundheit

Medikamenten-Studie: Patienten unterschätzen Wechselwirkungen häufig

17. Januar 2012

Laut einer Studie der Bayerischen Akademie für klinische Pharmazie erlitt jeder 6. Kunde einer bayrischen Apotheke Wechselwirkungen bei verschiedenen Medikamenten. Bei jedem 200. Kunden traten sogar lebensbedrohliche Wechselwirkungen auf.  Dies teilte nun die Bayerische Apothekerkammer mit und berief sich dabei auf die Studie. Nach eigenen Angaben unterschätzen viele Patienten die Gefahr, die von einem Medikamentenwechsel ausgehen.

 

Studie zu Wechselwirkungen bei Medikamenten

Bereits im Juli des vergangenen Jahres führte die Bayerische Akademie für klinische Pharmazie eine Studie zum Thema Wechselwirkungen bei Arzneimitteln durch. Dabei dokumentierte die Akademie die Wechselwirkungen bei je 100 aufeinanderfolgenden Kunden von 96 Apotheken in Bayern. Dabei dokumentierten die Wissenschaftler nicht nur welche Medikamente eingenommen wurden, sondern auch welche Nebenwirkungen in Verbindung mit anderen Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln auftraten. Dabei kann es je nach Medikament zu einer Verstärkung oder einer Abschwächung der Medikamentenwirkung kommen.

 

Bei jedem 6. Patienten treten Wechselwirkungen auf

In ihrer Studie konnten die Wissenschaftler dabei bei jedem sechsten Kunden eine Wechselwirkung feststellen. Die größten Probleme mit Wechselwirkungen traten im Test bei Medikamenten aus den Bereichen Blutdruckmittel, Antidepressiva sowie Mineralstoffpräparate und Schmerzmittel auf. Als gutes Beispiel führten die Wissenschaftler dabei das Johanniskraut auf, welcher eigentlich als gutes Mittel gegen Depressionen und Stimmungsschwankungen gilt, jedoch auch gleichzeitig dafür sorgen kann, dass die Wirkung der Antibabypille verhindert wird.

 

 

Vor Ernsteinnahme Informationen einholen

Sinnvoll ist es auf jeden Fall, mögliche Wechselwirkungen vor der Einnahme von Medikamenten mit dem Apotheker oder dem Arzt abzusprechen. Viel zu häufig gehen Patienten davon aus, dass nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel harmlos sind und kaum bis keine Nebenwirkungen bzw. Wechselwirkungen beinhalten. Daher sollten gerade vor der ersten Einnahme neuer Medikamente Informationen in der Apotheke eingeholt werden. Die Ergebnisse der Studie die Apotheken in Bayern sehr ernst und wollen aufgrund des herben Ergebnisses im Laufe des Frühjahres 2012 eine entsprechende Aufklärungskampagne durchführen.

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