zum Inhalt

PKV

Map-Report: Private Krankenversicherung in der Bilanzanalyse

22. Oktober 2012

Durch die „Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2000-2011“ bietet der Map-Report Nr. 817-819 eine umfangreiche PKV-Marktübersicht. Der Report wirft der Privaten Krankenversicherung (PKV) jedoch auch gleichzeitig mangelnde Transparenz vor. Der Map-Report fragte beispielsweise wie viele Nichtzahler und wie viele Personen im Standardtarif oder im Basistarif versichert sind. Diese Angaben wurden seitens der Versicherungsunternehmen nicht erteilt. Auch die Höhe der ausstehenden Beiträge sowie die Leistungsausgaben der betreffenden Kunden wurden seitens der PKV nicht angegeben.

 

Weiter wurde vonseiten der Map-Report-Redaktion bemängelt, dass Angaben zum Neukundengeschäft mit Angaben zur Anzahl der Personen sowie die Angabe der Monatssollbeiträge fehlen. Auch Daten zur Solvabilität ließen sich nur über den Umweg der Ratingumfrage erfassen, so die weitere Kritik. In diesem Zusammenhang stellte Map-Report die Frage, warum die PKV-Branche weiter agiert wie bisher, trotz breiter öffentlicher Kritik?

 

Durchschnittlich stiegen die Gewinne der PKV-Unternehmen um 66 Prozent

Insgesamt 32 Unternehmen wurden in die Bilanzanalyse des Brancheninformations-Dienstes einbezogen. Beim Vergleich der Geschäftserfolge zeigt der Report, dass die Gewinne durchschnittlich um 66 Prozent anstiegen. Die Ergo Direkt Krankenversicherung AG konnte mit einem Ergebnis von 1183 Prozent, ebenso wie die Provinzial Krankenversicherung Hannover mit einem Zuwachs von 498 Prozent, diesen Wert deutlich überschreiten.

Auch die R+V Krankenversicherung AG (+355 Prozent) und die DEVK (+324 Prozent) lagen deutlich über diesem Durchschnittswert. Unterhalb des Durchschnittwertes lag die Gothaer Krankenversicherung mit + 22 Prozent, die Allianz Krankenversicherung mit +23 Prozent, die Inter Krankenversicherung mit + 42 Prozent, die Signal Krankenversicherung mit +32 Prozent und der Deutsche Ring mit + 39 Prozent Zuwachsrate.

 

HanseMerkur bei Neukundenzuwachs in PKV vorne

Bezogen auf die absoluten Zuwachsgewinne an Neukunden in der Krankenvollversicherung liegt die HanseMerkur im Zeitraum von 2006 bis 2011 mit + 105 Prozent vor der Konkurrenz. Die Mecklenburgische Krankenversicherung kann ein Plus von 104 Prozent verbuchen, die R+V verbucht immerhin noch einen Zuwachs an Neukunden von 63 Prozent. Der Deutsche Ring kommt auf eine Zuwachsrate von +44 Prozent. Ein Minus müssen hingegen der Münchener Verein (minus sieben Prozent), die DKV und die Pax-Familienfürsorge verkraften. Die beiden letztgenannten Krankenversicherungsunternehmen mussten jeweils ein Minus von sechs Prozent verbuchen. Die Zahlen für das Neukundengeschäft sind jedoch zum Teil auf Umdeckungen zurückzuführen.

Neukundenzahlen durch Umbuchungen beeinflusst

Dies lässt sich aus dem Saldo von erhaltenen und abgeführten Altersrückstellungen ersehen. Die HanseMerkur übertrug demnach fast 26 Millionen Euro. Der Deutsche Ring kommt auf einen Umbuchungswert von fünfeinhalb Millionen Euro, die Continentale auf rund viereinhalb Millionen Euro. Die größten Verlierer beim Netto-Übertragungswert sind laut Map-Report die Central mit siebeneinhalb Millionen Euro, die Barmenia mit sechs Millionen Euro sowie die Gothaer Krankenversicherung mit vier Millionen Euro.

 

Laut map-Report ist Debeka Krankenversicherung profitabelste PKV

Einige PKV-Unternehmen machten keine Angaben zu den Umdeckungen, darunter die DKV, HUK-Coburg, Inter, Landeskrankenhilfe V.V.a.G, die Mecklenburgische, der Münchener Verein und die Pax-Familienfürsorge. Die Nettorendite der Kapitalanlagen der PKV-Unternehmen lag im Jahr 2011 durchschnittlich bei 4,07 Prozent und sank damit um 0,15 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreserhebungszeitraum. Als Spitzenreiter in diesem Segment ist die Debeka Krankenversicherung mit einer Nettorendite von 4,76 Prozent zu nennen. Schlusslicht ist demnach die Landeskrankenhilfe mit einer Nettorendite von nur 2,97 Prozent.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie