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Politik

Lebensversicherungen für Gesellschaften nicht mehr interessant

21. März 2014

Einige Versicherer stoppen Neugeschäft der Lebensversicherungen

Einige Versicherer stoppen Neugeschäft der Lebensversicherungen

Bislang galt die Lebensversicherungssparte bei den Gesellschaften als begehrtes Metier. Doch jetzt tauchen Meldungen auf, dass einige Versicherungen die Sparte nicht weiterführen wollen. Was ist dran an diesen News?

Neugeschäft wird eingestellt

Derzeit sind 90 Lebensversicherer bekannt, von denen 7 laut BaFin das Neugeschäft einstellen wollen, oder zumindest teilweise. Als Grund wird genannt, dass die Vertriebskosten zu hoch seien. Doch das ist es nicht allein – verschärfte Kapitalvorschriften machen den Gesellschaften außerdem zu schaffen.

BaFin gibt Informationen heraus

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht –BaFin- verkündete diesen Einschnitt in der Angebotsvielfalt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Doch man erklärt auch gleich: der etwas schrumpfende Markt wäre keine dramatische Entwicklung.

Änderungen ab 2016

Wie den Versicherern durchaus bereits bewusst ist, gibt es ab 2016 neue Vorschriften für das Kapital, welches von den Versicherungsgesellschaften angesammelt und später wieder ausgezahlt wird. Außerdem gilt die Lebensversicherung als ein hoher Kostenblock, was vor allem dem Vertrieb geschuldet ist. Vertreter der Gesellschaften schließen Lebensversicherungen besonders deshalb gern ab, weil sie dafür hohe Provisionen erhalten. Und das nicht nur für den Abschluss, sondern auch die dann folgenden Betreuungsvergütungen können sich sehen lassen.

Der Experte der BaFin

Bei der BaFin gibt es einen Experten für Versicherungen: Felix Hufeld, Exekutivdirektor Versicherungsaufsicht, räumte ein, dass die Lage der Versicherungen derzeit eher trübe sei. Die Bedrohung der Branche sei so hoch wie lange schon nicht mehr.

Hilfe von der Politik

Die Versicherungsunternehmen werden derweil nicht müde, die Politik um Hilfe zu bitten, bzw. diese einzufordern. Die Bundesregierung arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, ein entsprechendes Gesetzespaket zu erstellen. Den Lebensversicherungen soll damit unter die Arme gegriffen werden.

Was beinhaltet dieses Gesetzespaket?

Unter anderem geht es um die Änderung der Bewertungsreserven und des Garantiezinses. Doch auch die Versicherungen sollen sich bewegen: die Reglementierungen sollen verschärft werden. Eine Provisionsdeckelung wäre denkbar, längere Haftungszeiten ebenso oder die Senkung des Garantiezinses. Die Beteiligung an den Bewertungsreserven für die Kunden steht damit auf dem Prüfstand.

Warum wird die Hilfe nötig?

Die Politik sieht das so: die Niedrigzinsphase hat Auswirkungen auf Lebensversicherungen, Altersvorsorge und angrenzende Bereiche. Deshalb muss geprüft werden, wie man den Anbietern helfen kann, diese Zeit zu überbrücken. Experten sprechen allerdings von einem Kuhhandel, obgleich der Änderungsbedarf unstrittig ist.

Abschaffung der Beteiligung an Bewertungsreserven

Die BaFin ist für eine solche Abschaffung der Beteiligung. Die Reserven entstehen nur bei sinkenden Zinsen; der Trend kann jedoch nicht ständig so voranschreiten. Man ist der Meinung, dass die Kunden, die heute von den Bewertungsreserven profitieren, in Kauf nehmen, dass zukünftige Versicherungsnehmer weniger auf ihrem Versicherungskonto haben.

Versicherungen und Politik einer Meinung

Die gleiche Meinung vertreten Versicherer und Politiker. Wird der Gesetzentwurf verabschiedet, gilt der Stichtag für die Kunden. Das heißt: Die Bewertungsreserven bekämen nur diejenigen, deren Vertrag vor oder genau zum Stichtag ausläuft oder die zuvor gekündigt haben.

Im Gegenzug …

… soll die Versicherungsbranche die Kunden langfristig besser stellen. Die Gewinnverteilung soll mehr zu Gunsten der Kunden ausfallen. Positiver Effekt für die Kundschaft: es wird mehr im Interesse der Kunden beraten, als dass die Vermittler ihre Beratung von der Provision abhängig machen.

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