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Gesundheit

Künstliche Befruchtung: PKV muss Kosten erstatten

4. April 2011

Für viele Paare ist eine künstliche Befruchtung der einzige Weg, das langersehnte Wunschkind zu bekommen. Ungewollte Kinderlosigkeit kann zu einer echten psychischen Belastung und zur Bedrohung jeder Partnerschaft werden, und bisher mussten auch privat Versicherte eine künstliche Befruchtung meist aus eigener Tasche bezahlen, da die private Krankenversicherung die Kosten nicht erstattete. Doch ein Urteil des Bundesgerichtshofs hat nun entschieden, dass die PKV eine Kostenübernahme nicht ablehnen darf mit der Begründung, das erste Kind habe die Kinderlosigkeit bereits geheilt.

Künstliche Befruchtung: Zeugungsunfähigkeit als Krankheit

Der Bundesgerichtshof begründet seine Entscheidung damit, dass nicht die Kinderlosigkeit die eigentliche Krankheit sei, sondern die Zeugungsunfähigkeit. Diese allerdings besteht auch dann noch, wenn bereits ein Kind auf dem Weg der künstlichen Befruchtung zur Welt gekommen sei. Deshalb sei die Versicherung verpflichtet, die Behandlungskosten auch ein zweites Mal zu übernehmen.

Hilfe für Kinderlose Paare in der PKV

Das Urteil dürfte wegweisend für viele kinderlose Paare sein, die sich für eine künstliche Befruchtung interessieren. So vielfältig die Hintergründe dafür sein können, so hoch können auch die Kosten sein. Doch im Fall einer bestehenden Zeugungsunfähigkeit ist nun Abhilfe geschaffen, die für viele kinderlose Paare die Rettung in der Not sein kann, denn eine künstliche Befruchtung ist eine kostspielige Angelegenheit. Dies gilt umso mehr, wenn mehrere Maßnahmen ergriffen werden müssen, bevor die Behandlung Erfolg zeigt. Wenn schon eine künstliche Befruchtung in Deutschland nur unter sehr eingeschränkten Möglichkeiten realisierbar ist, dann ist wenigstens die Frage der Kostenübernahme in der privaten Krankenversicherung nun etwas erleichtert.

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