zum Inhalt

Politik

Krankenversicherungsbeitrag: KV Zusatzbeitrag bald bei 70 Euro?

20. Februar 2011

In den vergangenen Jahren mussten in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherte zahlreiche Änderungen im Gesundheitswesen hinnehmen. So wurde beispielsweise im Jahr 2009 der Gesundheitsfonds für eine transparentere und sicherere Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt, im Januar 2011 trat eine erneute Gesundheitsreform in Kraft, mit der die Finanzierung langfristig gesichert werden soll. Hierzu hat die Bundestagspartei DIE LINKE Fragen an die Regierung, unter anderem die Frage nach dem zukünftigen Krankenversicherungsbeitrag in der Zukunft.

Wie sieht die Zukunft des Gesundheitswesens in Deutschland aus?

Viele Versicherte fragen sich aufgrund dieser zahlreichen Änderungen, was wohl in Zukunft erwartet werden muss. Wichtig ist in diesem Zusammenhang unter anderem, ob wohl die Beiträge für das Gesundheitswesen weiter steigen oder ob die Leistungen künftig noch weiter reduziert werden müssen. Diese Fragen stellten sich auch die Abgeordneten der Partei DIE LINKE und sandten der Bundesregierung ein Schreiben, indem sie um die Beantwortung dieser Fragen baten.

Regierung verweist auf Schätzerkreis der GKV

Wer allerdings erwartet hat, dass sich die Bundesregierung mit Zahlenmaterial äußert, wurde enttäuscht. Die Bundesregierung stellte hingegen fest, dass es derzeit keine verlässlichen Prognosen gibt, wie sich die Beiträge sowie die Ausgaben in der Zukunft entwickeln werden. Zudem stehen der Bundesregierung derartige Angaben nicht zu, denn dies wäre Aufgabe des Schätzerkreises der GKV.

Experte sieht Krankenversicherung Zusatzbeitrag bei 70 Euro

Deutlicher wird allerdings der Gesundheitsexperte Dr. Jürgen Wasem von der Uni Duisburg-Essen. Er hat in einer Studie Zahlenmaterial veröffentlich, welches die Entwicklung des Gesundheitssektors bis ins Jahr 2020 hinein betrifft. Er befasste sich in dieser Studie unter anderem mit der möglichen Entwicklung des Zusatzbeitrages. Dr. Wasem geht seinen Angaben zufolge davon aus, dass schon im Jahr 2013 ein Zusatzbeitrag von zehn Euro durchschnittlich fällig wäre, bis zum Jahr 2020 könnte dieser dann sogar auf 70 Euro monatlich ansteigen. Grund für die notwendige Erhebung der Zusatzbeiträge ist die Deckungslücke in der gesetzlichen Krankenversicherung, die bis zum Jahr 2020 auf mehr als 40 Millionen Euro anwachsen wird. Die Daten beruhen dabei allerdings auf der Annahme, dass die aktuellen Rahmenbedingungen konstant bleiben.

Zusatzbeitrag bei Hartz-4

Zusätzlich zur Frage der weiteren Finanzierbarkeit interessierte DIE LINKE auch, ob Hartz-IV-Empfänger zur Zahlung dieser Zusatzbeiträge verpflichtet würden. Nach Aussagen der Bundesregierung müssen Hartz-IV-Empfänger diesen Beitrag nicht mehr eigenständig tragen, allerdings haben die gesetzlichen Krankenkassen das Recht, in ihrer Satzung festzulegen, dass der Zusatzbeitrag auch von diesen Personen entrichtet werden muss. Mittlerweile gibt es acht Krankenkassen, die den erhobenen Zusatzbeitrag auch von Hartz-IV-Empfängern fordern.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie