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Politik

Krankenversicherung: Zuzahlung und Praxisgebühr

14. April 2011

Jeder gesetzlich Krankenversicherte kennt die Krux mit der Praxisgebühr und den regelmäßigen Zuzahlungen. Sie können langfristig durchaus zu einem maßgeblichen Kostenfaktor werden, wenn regelmäßig Medikamente bezogen werden müssen und ebenso kontinuierlich Arztbesuche erforderlich sind. Doch aus Berlin vernimmt man erste Bewegungen, diese Zuzahlungen und die Praxisgebühr abzuschaffen.

Man darf gespannt sein, wie sich die Bundestagsfraktion Die Linke mit diesen Forderungen durchsetzen wird. Ihre Begründung jedenfalls ist massiv – sowohl die Praxisgebühr als auch die Zuzahlungen seien wenig sozial und widersprechen damit den Maximen einer auch nur ansatzweise sozial geprägten staatlichen Politik.

 

Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze?

Finanziert werden könnte die Abschaffung mit einer Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze. Sie sorgt dafür, daß Besserverdienende nur bis zu einem gewissen Teil ihres Einkommens Versicherungsbeiträge zahlen, da diese abhängig sind von der Höhe des Einkommens. Derjenige Teil des Einkommens, der über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, bleibt beitragsfrei. Letztlich entspricht die Beitragsbemessungsgrenze damit einer Deckelung der Beiträge für Versicherte mit einem hohen Einkommen.

 

Und die Versicherungspflichtgrenze?

Doch nicht nur die Beitragsbemessungsgrenze könnte zur Finanzierung dieser Abschaffung angehoben werden. Auch eine Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze könnte diesem Ziel dienen. Arbeitnehmer, die ein jährliches Bruttoarbeitsentgelt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze beziehen, können sich wahlweise freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern.

Im Ergebnis würde eine Finanzierung sowohl mit der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze als auch mit einer Anhebung der Versicherungspflichtgrenze folglich aus der Tasche der Besserverdienenden erfolgen. Letztlich findet damit eine Umverteilung der Finanzierung innerhalb der Gruppe der gesetzlich Versicherten statt von Versicherten mit geringerem Einkommen zu Versicherten mit höherem Einkommen.

 

Linke fordert Abschaffung der Zuzahlung

Die Praxisgebühr wurde seinerzeit eingeführt, um unnötige Arztbesuche zu verhindern. Doch nach Ansicht der linken Fraktion werden diese nun eher aufgeschoben. Schon deshalb sollte neben der Zuzahlung für Medikamente auch auf die Zuzahlungen bei Krankenhausaufenthalten und Krankengymnastik verzichtet werden.

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