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Gesundheit

Krankenversicherung: Kosten für Arzneimittel sinken

29. August 2012

Im vergangenen Jahr haben die Menschen in Deutschland mehr Arzneimittel benötigt als noch im Jahre 2010. Dank der Arzneimittelrabatte und der Ausgabe von Generika sanken jedoch die Ausgaben für die privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen in der Summe. Hält der Trend an, könnten die Kosten schon bald wieder ansteigen. Besonders bemerkenswert: in den neuen Bundesländern sind die Arzneimittelausgaben besonders hoch, trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen.

 

Kosten für Medikamente sinken dank Arzneimittelrabatt

Die Aufwendungen für die Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sind im Jahre 2011 um rund vier Prozent im Vergleich zum Jahre 2010 gesunken. Als Grund wird der gesunkene Arzneimittelausgabepreis genannt. Durch staatliche Regulierungen konnten die Arzneimittelausgaben gesenkt werden, obwohl in der Summe der Verbrauch ansteigt. Die Pharmabranche kritisiert indes auch die niedrigen Preise und fordert eine Anhebung der Preise. Wie das IGES-Institut mitteilt, betrugen die Gesamtausgaben für Arzneimittel im Jahre 2011 rund 29 Milliarden Euro. Damit sanken die Arzneimittelausgaben um rund 1,2 Milliarden Euro. Die Kosten für Innovationen und den Verbrauch von Arzneimitteln stiegen hingegen an. Im Vergleich zum Jahre 2010 betrugen diese 1,4 Milliarden Euro mehr.

 

Generika sorgten für zusätzliche Einsparungen bei Krankenkassen

Durch Kostenreduktion beispielsweise durch die Anwendung von Generika sowie verbesserter Arzneimittelwirkungen konnten Einsparungen in Höhe von 640 Millionen Euro erreicht werden. Bei den Preisen konnten so Kostenreduktionen von 1,7 Milliarden Euro erzielt werden. Durch freiwillig gewährte Rabatte konnten die Kosten für Arzneimittel nochmals reduziert werden. Derweil scheint sich allerdings wieder eine Trendwende hin zu mehr Ausgaben abzuzeichnen. So teilte der GKV-Spitzenverband mit, dass die Ausgaben für Arzneimittel im ersten Halbjahr 2012 um 3,5 Prozent zugenommen haben. GKV-Sprecher Florian Lanz prophezeit denn auch Mehrausgaben von einer Milliarde Euro, sollte der Trend im zweiten Halbjahr anhalten.

Effektivere Wirkung von Arzneimitteln sorgt zusätzlich für Einsparungen

Hohe Einsparpotenziale konnten indes dadurch erzielt werden, dass Medikamente eine bessere und damit effektivere Wirkung aufweisen. So hat die Forschung im Bereich der Diabetes-mellitus-Behandlung ebenso wie bei der Behandlung der Multiplen Sklerose große Fortschritte gemacht. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung und Zulassung von effektiv wirkenden Arzneimitteln nieder. Allein der Arzneimittelverbrauch für die Behandlung von Diabetis mellitus machte im Jahr 2011 rund sechs Prozent des Gesamtarzneimittelverbrauchs aus.

 

Kosten in den neuen Bundesländern besonders hoch

Insbesondere in den einzelnen Bundesländern konnten große Unterschiede in den Arzneimittelausgaben festgestellt werden. So lagen die Arzneimittelausgaben pro GKV-Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern bei 494 Euro. Berlin lag bei 484 Euro und Sachsen bei 474 Euro. In Bayern hingegen betrugen die Ausgaben lediglich 342 Euro. Als Grund wird der demografische Wandel in den neuen Bundesländern genannt, der durch einen Wegzug von jungen Menschen aus den neuen Bundesländern zusätzlich beschleunigt wird. Auch die Private Krankenversicherung profitiert von den Arzneimittelrabatten. Seit dem Jahre 2011 ist auch die Private Krankenversicherung in der Lage einen Herstellerrabat einzufordern. Das geschätzte Einsparvolumen der PKV wird mit etwa 160 Millionen Euro beziffert. Insofern kommen die gesunkenen Ausgaben für Arzneimittel auch der privaten Krankenversicherung zugute.

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