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GKV

Krankenkassen: Zusatzbeitrag bald bei 50 Euro?

18. April 2011

Die eigene Gesundheit wird immer teurer. Eine Erfahrung, die nicht nur Angehörige der privaten Krankenversicherung immer wieder machen. Auch Mitglieder der GKV haben in den letzten Jahren tiefer in die Tasche greifen müssen. Und nach Ansicht von SPD-Gesundheitsökonom Karl Lauterbach ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Vielmehr wird der Zusatzbeitrag in Zukunft noch massiv steigen.

Zusatzbeitrag – teuer, teurer, am teuersten

 

Der Gesundheitsökonom und sozialdemokratische Gesundheitsexperte hatte erst vor einiger Zeit maßgeblich am neuen Konzept zur Bürgerversicherung der SPD mitgearbeitet. Jetzt meldet sich Karl Lauterbach in einer anderen Sache zu Wort – dem Zusatzbeitrag. Derzeit müssen nur Mitglieder von rund einem Dutzend gesetzlicher Krankenkassen den Zusatzbeitrag aufbringen.

 

Zusatzbeitrag könnte 2017 auf bis zu 50 Euro steigen

Der Durchschnitt liegt noch bei wenigen Euro. Allerdings malt Karl Lauterbach ein düsteres Szenario. 2017, also in sechs Jahren, hat der Zusatzbeitrag bereits ein Niveau von 50 Euro erreicht. Und wird damit für viele Versicherte zur ernsten finanziellen Belastung. Was den Zusatzbeitrag noch problematischer macht: Statt Finanzierungslücken bei betroffenen Kassen zu schließen, reißt der Beitrag neue Löcher.

 

Kassenschwund vorprogrammiert

Für Lauterbach ist mit dem Zusatzbeitrag ein Kassenschwund vorprogrammiert. Denn sobald die Versicherten tiefer in die Tasche greifen sollen als anderswo, wird der Versicherungswechsel interessant. Die Folge: Einige Kassen der GKV verlieren massiv Kunden. Und müssen fusionieren oder verschwinden einfach vom Markt. Eine Situation, die sich im Hinblick auf die City BKK bereits jetzt anzudeuten scheint.

 

Alternative private Krankenversicherung

Während Arbeitnehmer mit einem Einkommen unterhalb der JAEG die Situation hinnehmen müssen, haben zumindest Kollegen mit einem Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze die Möglichkeit, in die PKV zu wechseln. Die anhaltenden Probleme könnten der privaten Versicherungswirtschaft in die Hände spielen. Zu heutigen Zeitpunkt steht die genaue Entwicklung allerdings nach wie vor in den Sternen.

 

 

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