zum Inhalt

Politik

Krankenkassen fürchten weitere Beitragserhöhungen

2. März 2011

Kurz nach dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform, die eigentlich eine Stabilisierung der Versicherungsbeiträge erreichen sollte, warnen die gesetzlichen Krankenkassen erneut vor möglichen hohen Beitragssteigerungen. Der Grund hierfür seien die von Gesundheitsminister Philipp Rösler geplanten finanziellen Anreize, um mehr junge Ärzte in ländliche Gebiete zu locken. Diese Kosten, so die Krankenkassen, müssten auf die Versicherten umgelegt werden.

Finanzielle Anreize für angehende Mediziner kommt Patienten teuer zu stehen

Um die Unterversorgung mit Ärzten in den ländlichen Regionen zu kompensieren, forderte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler in den vergangenen Tagen höhere finanzielle Anreize für junge Allgemeinmediziner. Auch die Krankenhäuser sollten Gelder erhalten, wenn sie in ländlichen Gebieten Assistenzärzte ausbilden. Die durch diese Reform anfallenden Kosten wurden vom Gesundheitsminister allerdings nicht genannt.

Laut AOK sind Beitragserhöhung und Zusatzbeitrag unvermeidbar

Der AOK-Bundesverband rechnet nun vor, dass die Umsetzung der Pläne Röslers Ausgaben in Milliardenhöhe verursachen würden. Da die ohnehin finanziell angeschlagenen gesetzlichen Krankenkassen diese Kosten nicht selbst würden tragen können, wäre nur eine erneute Beitragserhöhung möglich. Auch die Erhebung weiterer Zusatzbeiträge könnte in diesem Fall nicht ausgeschlossen werden.

Kein Mangel an Ärzten – Mediziner ungleich verteilt

Der Vorsitzende des GKV-Verbandes, Jörg-Magnus von Stackelberg, hat sich ebenfalls in die Diskussion eingeschaltet. Für ihn gibt es in Deutschland allerdings keinen Mangel an jungen Ärzten, sondern lediglich eine falsche Verteilung der Kapazitäten. Findet man in Ballungsräumen sehr viele junge Ärzte, fehlten diese in den ländlichen Regionen. In einigen Regionen seien sogar bis zu 25.000 Ärzte zu viel. Stackelberg forderte daher, die Unterversorgung in den entsprechenden Regionen durch finanzielle Anreize zu beheben, gleichzeitig aber die Vergütung in den überversorgten Gebieten zu reduzieren. So könne ein Ausgleich ohne Erhebung zusätzlicher Kosten und ohne die Belastung der Mitarbeiter allein aus der Ärzteschaft heraus erfolgen.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie