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Altersvorsorge

Kommt die klassische Lebensversicherung aus der Mode?

27. März 2014

Kapitellebensversicherung: Rendite zu gering?

Kapitellebensversicherung: Rendite zu gering?

Die Kapitallebensversicherung hatte in Ost und West in den 60 und 70er Jahren eine hohe Prioritätenstufe, wobei die Absicherung der Familie über der Anlagestrategie stand. Später änderte sich das etwas, doch die Beliebtheit hielt an. Erst in den 90er griffen immer mehr junge Familien im Bereich der Sicherheit zu Risikolebensversicherungen. Doch die Versicherungsart an sich behielt ihre guten Abschlusszahlen. Jetzt scheint daraus ein Auslaufmodell zu werden.

Alte Verträge sind besser

Die Kombination aus Absicherung von Hinterbliebenen und einem Sparplan ist in vielen Haushalten noch vorhanden, obwohl sie bereit vor Jahrzehnten abgeschlossen wurde. Heute kritisieren die Verbraucherschützer die Intransparenz und die Unrentabilität. Doch gerade die alten Verträge, die noch bestehen, können sich durchaus als profitabel erweisen.

Sparen fürs Alter

Das scheint heute wichtiger denn je. Je höher der Lebensstandard in der Mitte des Lebens ist, um so weniger Abstriche möchte man im Alter machen. Doch das kostet Geld, und zwar bei den meisten mehr, als sie gesetzlich an Rente zugestanden bekommen. Daher heißt es, klug vorzusorgen. Ein immer wieder gern gesehenes Produkt bei den Bundesbürgern ist dafür die Kapitallebensversicherung, zumal sie außer dem Spareffekt die finanzielle Sicherheit der Familie im Todesfall desjenigen bedeutet.

Der Garantiezins ist der Dreh- und Angelpunkt

Warum die älteren Verträge rentabler als neue sind, liegt am Garantiezins. Dieser lag früher bedeutend höher als heute und alte Verträge haben diesen – das Wort sagt es bereits – garantierten Zins in einer Höhe, die heute nur schwer durch eine risikolose Anlage zu erwirtschaften ist. Außerdem: die Auszahlung ist steuerfrei, wenn der Vertrag aus Jahren vor 2005 stammt. Außerdem wichtig: der Vertrag muss mindestens 12 Jahre laufen, und der Todesfallschutz mindestens 60 % der Beiträge umfassen, die eingezahlt wurden. Hat man dann noch mindestens 5 Jahre regelmäßig Beitrag bezahlt, dann kann man am Ende ganz ohne Schummelei das Geld am Fiskus vorbei kassieren.

Die Verbraucherzentralen raten eher ab

Die Verbraucherschützer räumen zwar ein, dass es einige Argumente für die Kapitallebensversicherung gibt, aber die Nachteile überwiegen nach deren Ansicht. Ein kritisierter Punkt: der Kunde sieht nicht, wie viel seines Beitrages in den Risikoschutz fließt und wie viel in den Sparplan.

Das Ergebnis ist unklar

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass nicht klar ist, wie viel Geld der Versicherte bei Ablauf des Vertrages erhält. Die garantiere Summe, die bei Erleben ausgezahlt wird, steht zwar fest, aber die Überschussbeteiligung liegt im Nebel. Sie beträgt derzeit für Neuabschlüsse 1,75 %, wird aber weiter sinken. Was man außerdem noch bekommt, hängt davon ab, wie gut die Versicherungsgesellschaft wirtschaftet. Das ist also für den Kunden absolut offen und in keinster Weise beeinflussbar.

Keine lukrative Sparanlage

Daher kommen die Verbraucherschützer zu dem Ergebnis, dass der Abschluss einer Kapitallebensversicherung in heutiger Zeit nicht lukrativ sei. Mangelnde Flexibilität und unterdurchschnittliche Renditen sind nicht gerade das beste Motiv, einen solchen Vertrag zu unterzeichnen.

Kündigung bedeutet Verlust

Kündigt man einen solchen Vertrag, drohen hohe Verluste. Erfolgt die Kündigung relativ kurze Zeit nach Abschluss, kann man die Beiträge ganz abschreiben. Denn die hohen Abschlusskosten, zu denen die immensen Provisionen für den Außendienst gehören, werden als erstes von den Prämien beglichen und schmälern somit vor allem in der ersten Zeit die angesparten Beiträge.

Beitragsfreistellung ist hier besser, wenn man den Vertrag nicht mehr möchte. Das schmälert zwar die Summe, die am Ende steht, aber man muss zumindest nicht weiter einzahlen.

Sparplan und Risikolebensversicherung getrennt abschließen

Getrennte Verträge für beides sind sinnvoller, da sind sich die Experten sicher. Risikolebensversicherung und Rentenversicherung für sich sind ertragreicher. Achten sollte man bei allen Verträgen auf leichte Verständlichkeit und niedrige Verwaltungskosten. Der Risikoschutz sollte so hoch sein, dass die Familie nicht ihre Existenz verliert – das lohnt eine Kalkulation.

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