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Pflegeversicherung

Kinderlose zahlen mehr Pflegeversicherung

11. März 2014

Kinderlose zahlen mehr Pflegeversicherung

Kinderlose zahlen mehr Pflegeversicherung

Werden Kinderlose künftig stärker in der Pflegeversicherung zur Kasse gebeten? CDU-Gesundheitspolitiker Spahn will, dass die Unterschiede in der Zahlung der Pflegeversicherung zwischen Kinderlosen und Eltern noch weiter auseinandergehen. Der bisher schon gesetzlich festgelegte Kinderlosenzuschlag wird die Rücklage für die Pflege aufstocken. Denn er findet es gerecht, wenn alle diejenigen, die kinderlos sind, einen größeren Beitrag zur Vorsorge leisten.

Genaue Zahlen gibt es noch nicht

Bisher ist es nur eine Idee, und wörtlich wird der Politiker in der Berliner Zeitung zitiert: „er könne sich vorstellen, dass … der Beitragssatz für Kinderlose künftig weiter erhöht wird..“. Die Eltern, die Beitragszahler erziehen, haben einen gewissen Anteil an der Vorsorge, der von Kinderlosen in Geldform erbracht werden soll. Man ist für ein prinzipielles Umdenken in der Sozialversicherung, bei dem Kinderlose zugunsten der Entlastung von Familien stärker finanziell herangezogen werden. Immer mehr junge Menschen entscheiden sich bewusst gegen Familie, sie wollen die Welt sehen und flexibel ihre Karriere verfolgen. In diesen Fällen scheint die höhere Belastung angebracht.

Zweischneidiges Schwert

Der Ansatz ist gut gemeint, die Argumente sind nachvollziehbar. Doch was ist mit denen, die ungewollt, durch Krankheit beispielsweise, keine Kinder bekommen können? Sind für diejenigen die Worte der Politik nicht Spott und Hohn? Doch ein Unterschied lässt sich wohl kaum ausmachen – kinderlos ist kinderlos und Eltern sind Eltern.

Der Koalitionsvertrag

Im Vertrag zwischen SPD und Union wurde vereinbart, dass in der gesetzlichen Pflegeversicherung von 2015 an ein Vorsorgefonds angelegt werden soll. Wegen der ständig ansteigenden Kosten für die Pflege ist dieser als erforderlich angesehen worden.

Pflegekosten steigen

2,5 Millionen Menschen sind in Deutschland heute auf die Leistungen aus dieser Sozialversicherungssparte angewiesen. Doch nach aktuellen Schätzungen dürften es in rund 15 Jahren rund 3,4 Millionen sein. Vor allem zwischen 2035 und 2055 wird ein eklatanter Anstieg kommen, denn dann werden die geburtenstarken Jahrgänge in den 50er und 60er Jahren verstärkt auf die Pflegeversicherung angewiesen sein.

Stabiler Beitrag

Damit es dann nicht zu überhöhten Beiträgen kommen muss, will die Koalition mit dem Fonds vorsorgen. Ein Drittel der Erhöhung um 0,3 %, die für das nächste Jahr geplant ist, soll bereits in den Fonds fließen – immerhin 1,2 Milliarden Euro. Diese Summe soll mittelfristig weiter steigen.

Schon jetzt Zuschlag für Kinderlose

Wer aktuell keine Kinder hat, und über 23 Jahre alt ist, zahlt einen Zuschlag von 0,25 % gegenüber all denen, die Kinder erziehen. Damit muss er 2,3 % berappen und der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen soll steigen. Der Bundesgesundheitsminister Herman Gröhe, ebenfalls CDU, wurde aufgefordert, eine klare Definition festzulegen, wann Geld aus diesem Extra-Fonds entnommen werden darf. Denn eine eindeutige Zweckbindung wird benötigt, damit das Geld wirklich dann zum Tragen kommt, wenn der jetzt schon festgestellte Engpass eintritt. Erst unter diesen Voraussetzungen wird der gute Ansatz auch zum gewünschten Ergebnis führen.

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