zum Inhalt

Gesundheit

Internet: Bundesärztekammer übt Kritik am vdek-Ärzteportal

25. August 2011

Das erst vor knapp 100 Tagen gestartete Ärztebewertungsportal „Arztnavi“ der AOK, der Barmer GEK und der Weißen Liste konnte vor einigen Tagen eine erste positive Bilanz vorweisen. Mehr als 80.000 Bewertungen wurden bisher auf dem Online-Portal abgegeben. Der Verband der Ersatzkrankenkassen erst im Laufe der Woche seinen Konkurrenten „Arztlotse“ vorgestellt, da hagelt es auch schon Kritik.

 

Fehlender Verifizierungszwang macht Ärzten Sorgen

Möchte ein Nutzer auf dem Bewertungsportal der AOK einen Arzt bewerten, so kann er dies erst nach einer erfolgreichen Verifizierung mit seiner Versichertenkarte tun. Die Bewertung beschränkt sich dabei lediglich auf einige Ankreuzfragen, auf ein Feld für eine individuelle Meinung wird dabei komplett verzichtet. Das erst kürzlich gestartete Portal des VDEK besitzt diese Vorkehrungen nicht. Genau aus diesem Grund hagelt es im Moment viel Kritik für das neue Portal, auf dem Ärzte bewertet werden können. Hier können sich Versicherte ohne jegliche Verifizierungen registrieren und könnten das Textfeld für beleidigende Äußerungen nutzen. Ärzte fürchten nun um ihren Ruf.

 

Redaktionelle Prüfung der Bewertung soll Beleidungen vermeiden

Allerdings gab Thomas Ballast, der Vorsitzende des VDEK, bekannt, dass es keine Beleidigungen und Kritik unter der Gürtellinie auf dem Portal des VDEK geben wird. Jede Meinung werde vorher redaktionell geprüft und erst nach einer erfolgreichen Sichtung für die anderen Nutzer freigeschaltet. Trotzdem handele es sich bei den Meinungen auf dem Portal „nur“ um subjektive Meinung, das sollte jedem Nutzer klar sein, so Ballast. Auch die Bundesärztekammer äußerte große Bedenken gegenüber dem neuen VDEK-Portal. Bundesärztekammer-Chef Dr. Frank Ulrich Montgomery gab in einem Interview bekannt, er halte das neue Portal für unausgereift.

 

 

Arztnavi legt Wert auf die Meinung der Ärzte

Die AOK gab bekannt, großen Wert auf die Meinung der Ärzte zu legen und diese so gut es gehe mit in die Entwicklung des Portals einfließen zu lassen. Eine solche Bereitschaft fehle dem VDEK-Portal, so Montgomery. Außerdem stehe das Portal durch den fehlenden Verifizierungszwang offen für Mehrfachregistrierungen.

 

Weitere Artikel aus dieser Kategorie