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Gesundheit

Internet: BDC kritisiert Zweitmeinungs-Plattform für Operationen

17. August 2011

Nachdem erst viel Lob für die neue Plattform gegen unsinnige Operationen gab, gibt es nun auch erste Kritik vom Berufsverband Deutscher Chirurgen (BDC). Zwar sieht der Verband die Wichtigkeit einer Zweitmeinung bei schweren Operationen genauso wichtig an wie das Team rund um die Plattform, trotzdem mache ihnen die kostenpflichtige Zweitmeinung Sorgen. In Deutschland ist das Einholen einer kostenlosen Zweitmeinung gängige Praxis, fast alle Krankenkassen übernehmen die Kosten hierfür.

 

BDC kritisiert Ferndiagnose als schwierig

Außerdem sei es schwierig, eine gute Ferndiagnose zu treffen, so BDC-Präsident Hans Peter Bruch. Entscheidungen über Operationen würden nicht nur aufgrund der Krankenakten und Röntgenbilder, sondern auch auf Basis des sozialen Umfelds und der Stabilität der betroffenen Person gefällt.  Aber nicht nur für den Patienten ist eine zweite Meinung wichtig, auch der behandelnde Arzt kann seine Entscheidung über eine Operation noch einmal von einer weiteren Person absichern lassen.

 

Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen

Die Kosten für eine zweite ärztliche Meinung werden in Deutschland von fast allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen, manche Krankenkassen bieten den Versicherten sogar ausgewählte Fachärzte zu einer Zweitmeinung an.

 

 

Internetportal gegen überflüssige Operationen

Unter www.vorsicht-operation.de können sich Patienten zu bevorstehenden Operationen eine zweite ärztliche Meinung einholen. Dazu müssen sie Krankenankten und Röntgenbilder an das Portal schicken und sollen nach spätestens 2 Wochen eine ausführliche Antwort erhalten. Das Portal soll dabei helfen, der steigenden Zahl an „überflüssigen“ Operationen entgegenzuwirken. Rund 40 Prozent der Operationen könnten nach Angaben der Portalgründer durch andere Heil- und Behandlungsmethoden erfolgreich behandelt werden. Die Operationen seien häufig fragwürdig und schaden mehr dem Patienten als dass sie helfen. Eine zweite Meinung über das „Vorsicht-Operationen“-Portal soll voraussichtlich zwischen 200-600 Euro kosten.

 

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