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Gesundheit

Insulin: Nasenspray zur Fettverbrennung

4. Mai 2011

Vom 30.04. – 03.05.2011 fand der 117. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden statt. Dabei kam auch das Thema der Bekämpfung von Fettleibigkeit (Adipositas) mithilfe von hormonhaltigem Nasenspray (Insulin) zu Sprache. Es gibt allerdings ein Problem: Bisher wurde nur bei männlichen Versuchsteilnehmern eine Gewichtsreduzierung durch hormonhaltiges Nasenspray festgestellt, bei Frauen tritt dagegen eher das Gegenteil ein.

 

Hormonforschung: Hoffnungsträger bei Adipositas

 

Große Unterschiede durch unterschiedlichen Stoffwechsel bei Mann und Frau führen, wie dieses Beispiel zeigt, zu unterschiedlichen Reaktionen des Körpers auf bestimmte Stoffe. Die männlichen Teilnehmer des Forschungsprojektes haben nach einer mehrwöchigen Behandlung mit insulinhaltigem Nasenspray abgenommen, bei den weiblichen Teilnehmern trat stattdessen eher das Gegenteil ein.

 

Es wird angenommen, dass die zur Nahrungsaufnahme und zum Energieverbrauch zuständigen Bereiche im Gehirn unterschiedlich auf das Insulin reagieren, so der Mediziner Sebastian Schmidt aus Lübeck.

 

 

Auch wenn noch nicht klar ist, wieso Mann und Frau so unterschiedlich auf das Nasenspray reagieren, geht Schmidt davon aus, dass die Hormonforschung die Grundlage einer neuen Entwicklung bildet. Die Erkenntnis, dass ein Zusammenhang zwischen den Wechselwirkungen der Hormone, des Gehirns und dem Essverhalten von Mann und Frau beseht, sollte als Basis neuer Forschungen dienen. Jedoch gibt es auch Kritiker. Es wird vor allem argumentiert, dass ein zu großer Eingriff in den Hormonhaushalt der Patienten das Krebsrisiko steigen lässt. So seien 19,4 Prozent von 3.000 untersuchten Brustkrebsfällen auf Hormonverabreicherungen zurückzuführen.

 

Nasenspray kein Allheilmittel

Sebastian Schmidt erklärte jedoch auch, dass ein schlichtes Nasenspray unter keinen Umständen das Wundermittel gegen Übergewicht sein wird. Dafür spielen zu viele Faktoren und Einflüsse eine Rolle. Jedoch liegt die Zukunft der Medizin auch in der Hormontherapie, welche zur Unterstützung genutzt, jedoch nicht als Wunderwaffe gelten sollten.

 

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