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Krankenzusatzversicherung

IGeL Leistungen sinnvoll?

7. Juni 2011

 

Jeder Arzt wird seinem Patienten sagen, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen sind. Aber was keiner so wirklich weiß, ist das diese Untersuchungen besonders viel zusätzliches Geld in die Kassen der Ärzte spülen. Die sogenannten IGeL Zusatzleistungen werden aktuell besonders aggressiv beworben. Besonders gesetzlich Versicherte müssen immer mehr, zu ihrem eigentlichen Beitrag, zuzahlen, um entsprechende Leistungen zu erhalten. 1,5 Milliarden Euro nahmen die deutschen Ärzte im vergangenen Jahr durch Zusatzleistungen ein. Die Tendenz für das laufende Jahr liegt sogar noch höher. Doch sind diese IGeL Leistungen auch wirklich sinnvoll?

 

IGeL macht Arzt zum Kaufmann

Besonders die sogenannten IGe-Leistungen (Individuelle Gesundheitsvorsorge-Leistungen) sind es, welche die Ärzte den Patienten anpreisen. Dazu gehören unter anderem Glaukom-Vorsorge oder Knochendichtemessung. All dies sind Leistungen, welche eine GKV nicht als notwendige Maßnahmen in ihrem Leistungskatalog aufgenommen hat. Mittlerweile werden über 300 solcher IGEL-Leistungen angeboten. Laut einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) wurden bereits 25% der gesetzlich Krankenversicherten eine solche Leistung angeboten.

 

Der Arzt entwickelt sich somit immer mehr zum Kaufmann, der versucht, irgendwelche Leistungen zu verkaufen, welche der Patient nicht einmal unbedingt benötigt. Ärzte und Arzthelferinnen werden sogar regelmäßig in Verkaufsstrategien geschult. Dies führt zu einer für den Patienten gefährlichen Situation. Da er zum Arzt geht, um sich von einer Krankheit heilen zu lassen, vertraut er dem Mediziner in diesem Moment nahezu bedingungslos. Wenn dieser dann mit Überzeugung eine Therapie vorschlägt, glaubt der Patient, es wäre dringend nötig und nimmt eventuelle Zusatzkosten hin.

 

Patienten müssen kritischer denken

Es ist also Vorsicht geboten. Jeder Patient sollte bei einem Angebot von IGe-Leistungen überlegen, ob es wirklich nötig ist. Besonders, wenn ihm die Leistungen regelrecht aufgedrängt werden. Kommt es nach einer Ablehnung der Leistungen sogar zu einer schlechteren Behandlung, sollte der Patient sich bei Krankenkasse und Ärztekammer beschweren.

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