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Gesundheit

Hohe Anzahl an Kernspintomographien in Deutschland

4. Februar 2011

Der medizinische Fortschritt erlaubt es, Krankheiten heute besser behandeln zu können und hierdurch den Heilungserfolg zu erhöhen. Vor allem die Kernspintomographien sowie die Computertomographie erfreut sich dabei bei vielen Patienten großer Beliebtheit, da davon ausgegangen wird, dass durch diese neuen Techniken Krankheiten besser erkannt und behandelt werden können.

Starker Anstieg der Kernspintkomographie

Der Arztreport 2011, der von der Barmer GEK in Auftrag gegeben und jetzt veröffentlicht wurde zeigt, dass die Anzahl der MRT-Untersuchungen in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Vergleicht man die Anzahl der Untersuchungen in den Jahren 2004 und 2009, ist ein Anstieg von 41% zu erkennen. Dies entspricht pro Jahr rund sechs Millionen Untersuchungen, die jedoch nicht in jedem Fall die gewünschten Ergebnisse liefern. Mit dieser hohen Anzahl an Kernspintomographien liegt Deutschland im weltweiten Vergleich auf dem ersten Platz. Dies hat jedoch nicht nur Vorteile in der Behandlung, sondern verursacht auch hohe Kosten. So werden für diese Untersuchungen rund 1,76 Milliarden Euro pro Jahr veranschlagt, die von allen Versicherten gemeinsam zu tragen sind.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten der Computertomographie zur Diagnose

Kernspin- und Computertomographien werden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Nutzen finden sie unter anderem bei Knochenbrüchen, bei Krebserkrankungen sowie bei Entzündungen. Die Statistiken zeigen, dass vor allem Untersuchungen an der Wirbelsäule, den Armen und Beinen vorgenommen werden. Da die Untersuchungen nur geringfügigen Aufwand bedeuten, wird ein Großteil von ihnen ambulant durchgeführt, nur wenige Patienten verbringen hierbei die Nacht in einer Klinik.

Nutzen oftmals umstritten

Der Studienautor Friedrich Wilhelm Schwartz hat in seiner Studie jedoch nicht nur die steigende Anzahl von MRT- und CT-Untersuchungen festgestellt, sondern er bezweifelt auf Basis der Zahlen auch den Nutzen vieler dieser Untersuchungen. Obwohl konkrete Zahlen fehlen geht er davon aus, dass etwa 50% dieser Tomographien nicht zu sinnvollen Konsequenzen oder gar zu Therapien geführt haben und daher nicht hätten durchgeführt werden müssen. Sogar dann, wenn Schäden erkannt werden, werden sie vielfach nicht behandelt, in einigen Fällen fehlt es schließlich sogar an ausgebildeten Medizinern, die die Bilder aus den Tomographie-Geräten auswerten könnten.
Auf Basis dieser Fakten fordert er die Mediziner in Deutschland auf, vor einer MRT- oder CT- Untersuchung deren Nutzen zu prüfen. So könnten pro Jahr hohe Summen eingespart werden, die an anderen Stellen dringender benötigt würden.

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