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PKV

GKV: Zusatzbeitrag sorgt für mehr Wettbewerb

12. Januar 2012

Ohne einen Zusatzbeitrag ginge der Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich zurück. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsgesellschaft „PwC“ in einer Studie. Der Zusatzbeitrag sorge dafür, dass Versicherte einen Grund hätten, in eine Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag zu wechseln. Dies würde die Krankenkassen dazu anspornen, besser zu wirtschaften, um eine Zusatzbeitragserhebung gänzlich zu vermeiden.

 

Junge Menschen denken eher über Wechsel nach

Für die PwC-Studie wurden insgesamt 750 Versicherte zwischen 18 und 65 Jahren  nach ihren Gründen für einen Wechsel der Krankenversicherung befragt. Demnach würden rund 63 Prozent der Befragten wechseln, wenn die Kasse einen Zusatzbeitrag erheben würde. Sollten die Leistungen, die die Krankenkasse anbietet ungenügend sein, so würden 40 Prozent nach einer neuen Kasse suchen. 27 Prozent gaben an, bei schlechtem Service und unfreundlichen Mitarbeitern über einen Wechsel nachzudenken. Besonders stark fiel im Test auf, dass vor allem junge Menschen schneller über einen Wechsel nachdenken würden, als ältere Menschen. Damit würden sich besonders die Menschen von ihrer Krankenkasse lösen, die am wenigsten Kosten verursachen. Dies kann in extremen Fällen zu finanziellen Schwierigkeiten oder sogar bis zu Schließung der Kasse führen, wie die Fälle der City BKK sowie der BKK für Heilberufe gezeigt haben.

 

Viele Krankenkassen 2012 ohne Zusatzbeitrag

Für 2012 haben viele Krankenversicherer angekündigt, keinen Zusatzbeitrag mehr erheben bzw. diesen im Laufe des Jahres aussetzen zu wollen. Grund dafür sind die finanziellen Rücklagen, die viele Krankenversicherer im vergangenen Jahr erwirtschaften konnten. Dies dürfte zudem auch die Krankenkassen ein wenig entlasten, die in den vergangenen Jahren einen Zusatzbeitrag erhoben haben. Laut Studie waren es vor allem Männer (63 Prozent), die bei einer Zusatzbeitragserhebung am ehesten in eine andere Krankenkasse wechselten. Das durchschnittliche Alter bei einem Wechsel betrug hierbei 36 Jahre.

 

 

Viele Versicherte wollen keine zusätzliche finanzielle Belastung

Wie lange die Krankenkassen jedoch ohne Zusatzbeitrag auskommen können, ist bisher noch nicht klar. Viele Experten rechnen bereits 2013 wieder mit ersten Zusatzbeiträgen. Zwar haben die gesetzlichen Krankenversicherungen auch die Möglichkeit, sich neben dem Zusatzbeitrag auch in anderen Bereichen zu unterscheiden, jedoch kommt selbst eine leistungsbedingte, finanziell höhere Belastung bei den Versicherten nicht gut. Die Studienteilnehmer wurden außerdem dazu befragt, was sie bereit wären, für Leistungen wie Zahnreinigung oder diverse Vorsorgeuntersuchungen monatlich zu bezahlen. Lediglich 56 Prozent der Befragten gaben an, mit einem Beitrag von 2,50 Euro einverstanden zu sein.

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