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GKV

GKV: Zoll soll säumige Beiträge eintreiben

24. April 2012

Wie viele Medien in den vergangenen Tagen berichteten, sind es nicht nur die privaten Krankenkassen, die unter nichtzahlenden Versicherten leiden. Auch die gesetzlichen Versicherer haben mit immer mehr beitragssäumigen Versicherten zu kämpfen. Viele Versicherer reagieren nun jedoch und lassen die fehlenden Beiträge durch den deutschen Zoll von den Versicherten eintreiben.

 

Zahl der Nichtzahler steigt stetig

Insgesamt sind es rund 1,53 Milliarden Euro, die die rund 640.000 Nichtzahler den gesetzlichen Krankenkassen schuldig sind. Vergleicht man die Zahlen mit denen des Vorjahres, so merkt man, dass sich die Summe deutlich vergrößert hat. Um dieser Entwicklung nun entgegen zu wirken, soll nun der Zoll im Auftrag der Krankenkassen die Beiträge der Versicherten eintreiben. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass der Zoll einen derartigen Auftrag bekommt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Zoll versucht, Beitragsrückstände in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro für die GKV einzufordern.

 

Maßnahmen der Krankenkassen zeigen kaum Wirkung

Jedoch erfolgt nicht sofort eine Vollstreckung der Beiträge durch den Zoll. Zunächst werden die betroffenen Versicherten mehrmals per Post und Telefon benachrichtigt, erhalten Mahnungen und bekommen Säumniszuschläge. Wer all diese Warnungen ignoriert, muss damit rechnen, in nächster Zeit eine Zwangsvollstreckung des Zolls zu erhalten. Zusätzlich kann die Krankenkasse auch Leistungen aussetzen und den Versicherten so zusätzlich unter Druck setzen. Jedoch müssen die Versicherer aufgrund der Versicherungspflicht in akuten Fällen trotzdem Leistungen vollbringen, beispielsweise bei akuten Schmerzen, Unfällen oder Schwangerschaft.

 

 

Auch Zusatzbeitrag soll eingetrieben werden

Davon betroffen sind jedoch nicht nur die normalen Beiträge zur Krankenversicherung, sondern auch Rückstände, die vom Zusatzbeitrag her resultieren. Unverständlich ist dabei, dass sogar viele Versicherte dabei sind, die den Zusatzbeitrag aus finanzieller Sicht eigentlich zahlen könnten, es aber schlichtweg einfach nicht wollen. Während die Krankenkassen anfangs auch hier versuchten, die Versicherten mit Briefen und Anruf zu einer Zahlung ihrer Beitragsrückstände zu bringen, soll nun auch hier der Zoll die Rolle des Geldeintreibers übernehmen. Ob der Zoll jedoch den Gesuchen der Krankenkassen in diesem Jahr gewachsen ist, wird sich noch zeigen. Im vergangenen Jahr war dies nicht der Fall, die rund 34.000 Mitarbeiter des Zolls waren mit dem Eintreiben der Gelder von rund 1 Million Krankenkassengesuchen deutlich überfordert.

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