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GKV

GKV: Zahl der Zusatzbeiträge soll 2013 massiv steigen

30. September 2011

Immer mehr Experten rechnen für 2013 mit einem wahren Ansturm an Zusatzbeiträgen. Auch Gesundheitsökonom Jürgen Wasem rechnet mit einer radikalen Veränderung der Zusatzbeitrags-Situation 2013. Grund dafür ist die finanzielle Situation vieler Krankenkassen. Viele Krankenkassen haben Probleme damit, ihre Ausgaben mit den Zuwendungen aus dem Gesundheitsfond zu decken. So entstehen Deckungslücken von bis zu 25 Prozent, will der wissenschaftliche Beirat in einer Untersuchung herausgefunden haben.

 

Steigende Zahl an Zusatzbeiträgen 2013

Aufgrund der schlechten Entwicklung der finanziellen Situation der gesetzlichen Krankenkassen erwarten viele Experten für 2013 eine große Zahl neuer Zusatzbeiträge. Dieser Meinung ist auch Jürgen Wasem, Ökonom aus Saarbrücken. Die Rücklagen der Krankenkassen könnten dafür sorgen, 2012 ohne Zusatzbeiträge auszukommen, 2013 soll dies jedoch nicht mehr möglich sein. Vor kurzem noch rechnete Wasem mit einer ähnlichen Situation für 2012, die kurzzeitige Verbesserung im Finanzhaushalt der Regierung ließ sich jedoch auf Sparmaßnahmen zurückführen. Das Handelsblatt hatte bereits vor 2 Tagen einen Bericht des wissenschaftlichen Beirats veröffentlicht, der der gesetzlichen Krankenversicherung große Deckungslücken zuschrieb. So sollen in einen Extremfällen die Zuwendungen um bis zu 25 Prozent unter dem benötigen Betrag liegen. Andere Krankenversicherungen wiederrum erhielten teilweise um bis zu 15 Prozent zu viele Zuwendungen aus dem Gesundheitsfond.

 

Zahl der Zusatzbeiträge 2011 rückläufig

Für 2012 kündigten nur wenige Krankenkassen einen neuen Zusatzbeitrag an. Grund dafür dürften die anhaltenden Sparmaßnahmen im Bereich der Arzneimittelausgaben und der Verwaltungskosten sein. Der Überschuss aller gesetzlichen Krankenversicherungen konnte von 950 Millionen Euro auf knapp 2,4 Milliarden Euro gesteigert werden. Aktuell erheben 11 der gesetzlichen Krankenversicherungen einen Zusatzbeitrag. Diese Zahl ist allerdings nur deshalb rückläufig, da 2011 eine Vielzahl von Fusionen geradebei Zusatzbeitrag-erhebenden Krankenkassen stattfand. Die Zahl der Krankenkassen, die 2012 ohne einen Zusatzbeitrag auskommen wollen, stieg unterdessen auf nunmehr 56 Krankenkassen.

 

 

Bahr dementiert große Kassenpleite

Bereits letztes Jahr hatte Ökonom Wasem der Regierung eine große Zahl neuer Zusatzbeiträge für 2011 vorausgesagt. Laut Wasems Aussage hätte der Gesundheitsfond zum jetzigen Zeitpunkt ein Minus von rund 5,7 Milliarden beinhalten müssen. Allerdings sorgten Sparmaßnahmen der Regierung sowie der gesetzlichen Krankenversicherungen dafür, dass eine solche Situation abgewendet werden konnte. Für das Jahr 2020 hatte der Ökonom ein Defizit von rund 45 Milliarden Euro errechnet. Ob die gesetzlichen Krankenversicherungen tatsächlich unter einem derartig finanziellen Druck zu leiden haben, ist bisher unklar. Gesundheitsminister Daniel Bahr dementierte am Mittwoch den Bericht des Handelsblattes, wonach rund die Hälfte der gesetzlichen Krankenversicherungen vor einer kurz- oder langfristigen Pleite stände.

 

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