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GKV

GKV: Zahl der Zusatzbeiträge rückläufig

8. November 2011

Der Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung dürfte 2012 eher kein großes Thema sein. Bisher haben 133 Krankenkassen angekündigt, keinen Zusatzbeitrag erheben zu wollen. Ein Zusatzbeitrag für das kommende Jahr wurde bisher nur von 5 Krankenkassen bestätigt. Von 10 Kassen steht die Antwort noch aus. Allerdings gehen Experten bei mindestens 7 der 10 Kassen von einem Zusatzbeitrag aus. Sollte es 2012 bei insgesamt 12 Krankenkassen zu einem Zusatzbeitrag kommen, so würde die in etwa 8 Millionen Versicherte betreffen. Die Höhe des Zusatzbeitrags ist dabei bisher ungeklärt. Zwar können die Krankenkassen den Umfang ihres Zusatzbeitrags selbst bestimmen, allerdings liegt der „normale“ Rahmen für einen Zusatzbeitrag zwischen 8-12 Euro im Monat.

 

Fusion mit Ziel der Abschaffung des Zusatzbeitrages

Viele Krankenkassen versuchten 2011, durch eine Fusion in eine bessere finanzielle Situation zu gelangen, um den Zusatzbeitrag dann abschaffen zu können. Ein gutes Beispiel für einen solchen Fall ist der Zusammenschluss der DAK mit der BKK Gesundheit, deren Fusion zum 01.01.2012 stattfinden soll. Der Zusatzbeitrag soll dann im April endgültig der Vergangenheit angehören. Selbiges gilt auch für die Fusion der DAK mit der BKK Axel Springer. Auch hier soll nach vollendeter Fusion zum 01. April der Zusatzbeitrag ausgesetzt werden. Diese Pläne existieren jedoch bisher nur auf dem Papier. Für eine Abschaffung des Zusatzbeitrages muss das Bundesversicherungsamt den Plänen der DAK noch zustimmen. „Bisher sei jedoch noch kein Antrag beim uns eingegangen“, gab das BVA in einer Stellungnahme bekannt.

 

 

Kein Sozialausgleich 2012

Da der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2012 bei 0 Euro angesetzt wurde, wird es im kommenden Jahr auch keinen Sozialausgleich geben. Ein Anspruch auf den Sozialausgleich besteht nur dann, wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag oberhalb der Belastungsgrenze liegt. Geringverdiener, die einen Zusatzbeitrag zahlen müssen, werden 2012 also in die Röhre schauen müssen. Normalerweise funktioniert das Prinzip des Sozialausgleichs so, das wenn der Zusatzbeitrag 2 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens übersteigt, dieser auf 2 Prozent reduziert werden muss. Als Maßstab dient dabei jedoch nicht der individuell erhobene Zusatzbeitrag, sondern der durchschnittliche Zusatzbeitrag aller Krankenkassen. Da dieser 2012 jedoch bei 0 Euro, wird es keinen Sozialausgleich geben. Dies bedeutet, das Geringverdiener trotz der Belastung durch einen hohen Zusatzbeitrag zur Zahlung eben dieses verpflichtet sind. Einziger Ausweg ist hier der Wechsel der Krankenkasse.

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