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GKV

GKV: Was geschieht nun mit den Überschüssen?

21. Februar 2012

Im vergangenen Jahr konnten die gesetzlichen Krankenkassen einen großen Überschuss erwirtschaften. Viele Stimmen fordern nun die Ausschüttung dieses Überschusses an die Versicherten, da es sich dabei schließlich um das Geld der Versicherten handele. Dieser Meinung ist auch Gesundheitsminister Daniel Bahr. Die Krankenversicherer jedoch haben scheinbar andere Pläne, wie sie in einer Umfrage der Ärzte Zeitung mitteilten.

 

7 Krankenversicherer planen Auschüttung an Versicherte

Nicht viele Krankenversicherer wollen die von Ihnen erwirtschafteten Überschüsse an die Versicherten weitergeben. Insgesamt wollen nur 7 Krankenkassen eine Auszahlung in Form einer einmaligen Prämie an die Versicherten ausschütten. Dazu gehören die BKK Verbund plus, die BKK SBH, die BKK Wirtschaft und Finanzen, die BKK ATU, die hkk, die G+V BKK sowie die BKK Textilgruppe Hof. Die Prämienhöhe liegt dabei sehr unterschiedlich zwischen 30 und 72 Euro. Wie die Ärzte Zeitung in einer Umfrage herausfand, wollen viele Krankenversicherer die Überschüsse nutzen, um ihre finanzielle Situation abzusichern, um auch in den kommenden Jahren auf einen Zusatzbeitrag verzichten zu können. Zudem planen viele der Krankenkassen eine Erweiterung ihres Leistungsportfolios, was zusätzlich Geld in Anspruch nehmen dürfte.

 

Schäuble zieht Kürzung der Zuschüsse in Betracht

Bundesfinanzminister Schäuble kündigte vor einigen Tagen an, Kürzungen der Zuschüsse in Betracht zu ziehen. So könnte eine Summe von rund 4 Milliarden Euro eingespart werden. Dieses Geld werde unter anderem gebraucht, um den Kreditrahmen für den Euro-Rettungsschirm zu erweitern. Der gesamte, zur Verfügung stehende Zuschuss würde dann nur noch 11 statt 15 Milliarden Euro betragen. Dies berichtet die Rheinische Post. Die gesetzliche Krankenversicherung sprach sich jedoch einvernehmlich gegen eine Kürzung des Zuschusses aus. Auch das Bundesgesundheitsministerium rund um Daniel Bahr ist da derselben Meinung wie die Krankenkassen. Um ein funktionierendes Gesundheitssystem zu gewährleisten, benötige man auch eine stabile und ausreichende wirtschaftliche Grundlage, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums zu Wort gab.

 

 

Überschuss auch im kommenden Jahr?

Dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sei auch in den nächsten Jahren wieder mit einem Überschuss bei den gesetzlichen Krankenversicherern zu rechnen. Die positiven Entwicklungen aus dem Jahre 2011 seien auf die Einführung des Arzneimittelsparpakets, heißt es in einer Stellungnahme des IfW. Laut Handelsblatt ist auch im kommenden Jahr wieder mit einem Überschuss in Milliardenhöhe zu rechnen.

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