zum Inhalt

Politik

GKV: Wahlfreiheit für Medikamente wie bei PKV

14. März 2011

Patienten in der privaten Krankenversicherung ( PKV ) erhalten in der Regel die vom Arzt verordneten Arzneimittel. Anders sieht die Situation jedoch in der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Versicherte erhalten hier häufig Generika, also Nachahmerprodukte, die die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen reduzieren sollen. Bei Patienten sorgt dies jedoch immer wieder für Unmut, weshalb nun auch die Wahlfreiheit für Arzneimittel in der GKV gilt.

Medikamentenrabatte mit Nebenwirkungen

Mit der Gesundheitsreform hat die Bundesregierung nun auch ein neues Sparpaket für Arzneimittel aufgelegt. Nach diesem Sparpaket erhalten gesetzlich Versicherte nur noch Medikamente von Herstellern, mit denen die jeweilige Krankenkasse einen Vertrag geschlossen hat. Wechselt die Krankenkasse den Hersteller, weil ein anderes Unternehmen eventuell günstigere Konditionen bietet, müssen sich auch die Versicherten auf neue Medikamente einstellen. Diese weisen zwar oft die gleiche Wirkstoffkombination auf, werden von vielen Patienten aber nur schlecht angenommen. Die Folge: Die Medikamente werden nicht oder nur noch sporadisch eingenommen, der Gesundheitszustand verschlechtert sich.

„Pro Generika“ für freie Medikamentenwahl

Diese Entwicklung wird nun vom Pharmaverband “Pro Generika” kritisiert. Die Verantwortlichen sehen diese Praxis vor allem bei älteren Patienten kritisch, die sich über Jahre an ein Medikament gewöhnt haben und denen die Umstellung auf neue Präparate daher entsprechend schwer fällt. Zwar besteht die Möglichkeit, das alte Medikament nach wie vor zu erhalten, hierfür werden jedoch teils hohe Zuzahlungen fällig, die von den älteren Patienten nicht getragen werden könnten.

Kostenerstattung für Medikamente

Patienten, die ein alternatives Medikament wünschen, müssen dies in der Apotheke auf Privatrezept erwerben und die Rechnung schließlich ihrer Krankenkasse einreichen. Hier wird nun geprüft, welche Medikamenten-Zuzahlung geleistet worden wäre. Diese wird nun, abzüglich des Verwaltungsaufwandes, an den Versicherten ausgezahlt.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie