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GKV

GKV: Versicherte zahlen häufig Rechnungen aus eigener Tasche

26. Juli 2011

Häufig zahlen gesetzlich Versicherte die Rechnungen, die sie von Ärzten erhalten selbst. Oftmals sind sie nicht genügend aufgeklärt, da viele Rechnungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Dies gilt insbesondere für wichtige Krebsvorsorgeuntersuchungen.

 

Fehlende Informationen im Einzelfall

Eine Patientin erhielt von ihrer Arztpraxis sowie von ihrer Krankenkasse die Information, dass die Kosten für eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung in Höhe von 21,43 Euro nur alle 2 Jahre von der Krankenkasse übernommen werden. Da sie aber von der Notwendigkeit dieser Vorsorgeuntersuchung überzeugt war, entschied sie sich zu einer zeitnahen Untersuchung und musste die Kosten somit selbst tragen. Die Ärztin verwendete allerdings eine verbesserte Untersuchungsmethode, welche sich in der Abrechnung mit einem Plus von 19,60 Euro niederschlug. Hierbei handelte es sich um eine nach IGeL abzurechnende Leistung. Die Ärztin gab an, grundsätzlich immer nach der besten ihr zur Verfügung stehenden Methode zu behandeln und zu untersuchen. Viele Fachärzte ziehen diese verbesserte Behandlungsmethode vor. Allerdings sind die Krankenkassen häufig unzureichend über diese Behandlungsmethoden informiert und können dies auch entsprechend schlecht an ihre Patienten weitergeben.

 

Experten raten von Eigenrecherche zu Untersuchungen ab

Auch die Abrechnung mit der Krankenkasse im 2-Jahres-Rhythmus ist nicht korrekt. Seit 2011 ist eine jährliche Kostenübernahme durch die Krankenkassen gesetzlich vorgeschrieben. Es muss lediglich ein Jahr zwischen den beiden Terminen liegen. Ob der Patient die verbesserte und teurere Behandlungsmethode wählt, liegt ganz bei ihm. Experten raten aber davon ab, sich vor der Untersuchung durch Eigenrecherche im Internet und in Zeitschriften ein Halbwissen anzueignen. Die Behandlungen oder Untersuchungen sollten mit dem Arzt abgesprochen werden und die Notwendigkeit einer „besseren“ Behandlung sollte vom Arzt erläutert werden. Die Patientin legte bei ihrer Krankenkasse Widerspruch ein und bekam die Vorsorgeuntersuchung erstattet, da der Krankenkasse Fehlinformationen vorlagen. Die Zusatzkosten musste sie allerdings selbst tragen.

 

 

Individuelle Gesundheitsleistungen

IGeL sind individuelle Gesundheitsleistungen, die von den Patienten selbst gezahlt werden müssen. Sie werden im Bereich der Vorsorge und Servicemedizin erbracht und sind nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Die Liste mit den IGeL-Leistungen ist im Internet frei für jedermann einsehbar. IGeL-Leistungen dürfen nur nach vorheriger Zustimmung des Patienten abgerechnet werden. Dazu muss der Patient ein entsprechendes Formular unterschreiben.

 

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