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Gesundheit

GKV: Verordnung teurer Medikamente gestiegen

15. September 2011

Laut Angaben des Arznei-Verordnungsreport blieben die in Deutschland verordnen Medikamentenzahlen im Vergleich zum Vorjahr konstant. Allerdings stieg die Zahl der teuren Medikamente. Insgesamt stiegen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel um 4,3 Prozent auf 29,7 Milliarden Euro. Bei einer in etwa gleichbleibenden Menge an verschriebenen Medikamenten stiegen im Schnitt die Kosten pro Verordnung, so Helmut Schröder, Vize-Geschäftsführer des WIdO. Insgesamt zählte der WIdO 2010 mehr als 700 Millionen ausgestellte Rezepte.

 

Arzneimittel belegen 18 Prozent aller Ausgaben

Der Löwenanteil entfiel dabei 2010 auf die patentgeschützten Medikamente mit rund 14,2 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2009 um rund 7,5 Prozent. Zwar stiegen die Kosten für Arzneimittel im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent, allerdings konnten ein großer Teil davon durch die Arzneimittelrabatte mit den Herstellern abgewendet werden. So stiegen die Ausgaben der Krankenkassen reinrechnerisch um nur 1 Prozent.  Insgesamt gaben alle gesetzlichen Krankenkassen 2010 rund 18 Prozent ihrer gesamten Ausgaben für Arzneimittel aus.  Durch Rabattverträge konnten insgesamt 1,3 Milliarden Euro eingespart werden.

 

Experten sehen Platz für weitere Einsparungen

Viele Experten sehen neben den Arzneimittelrabatten noch Platz für weitere Einsparungen. So könnten laut Expertenmeinung weitere 4,7 Milliarden im Bereich der Therapien gespart werden, ohne das große Qualitätsverluste in Kauf genommen werden müssten. Allerdings müssten hierfür deutlich mehr Generika, also nachgemachte Originalpreparate verwendet und verschrieben werden. Außerdem müssten anstelle von Analogpräparaten patentfreie und somit günstigere Präparate verschrieben werden. Auch die Ärzte müssten bei den Einsparungen helfen und auf die Verschreibung von „unwirksamen“ bzw. nur begrenzt wirksamen Medikamenten verzichten.

 

 

Arzneimittelkosten 2011 rückläufig

Im ersten Halbjahr 2011 sanken die Ausgaben für Arzneimittel laut einer Studie des Beratungsinstituts IMS Health um rund 3,5 Prozent. Die Zahl der Arzneimittelpackungen nahm im Gegensatz zu 2010 um 0,8 Prozent leicht zu. Im ersten Halbjahr 2011 beliefen sich die Einsparungen aus Arzneimittelrabatten auf rund 1,9 Milliarden Euro.

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