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PKV

GKV und PKV: Ähnliche Beitragserhöhungen in beiden Systemen

29. März 2012

Die private Krankenversicherung sieht sich momentan mehr und mehr großer Kritik ausgesetzt. Die deutschen Verbraucherzentralen hatten deutschlandweit insgesamt 144 Beschwerden von Verbrauchern entgegengenommen, aus welchen sie dann auf angebliche Fehler im System der PKV schlossen. Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes erklärte nun, dass er ein derartiges Handeln für höchst unseriös halte, da 144 Beschwerden in keinem Verhältnis zu den insgesamt knapp 9 Millionen Versicherten der PKV stünden.

 

Durchschnittliche Beitragserhöhung von 2 Prozent

Viele Versicherte beschwerten sich in ihren Briefen an die Verbraucherzentren über die überhohen Beitragserhöhungen. Diese lagen zwar in einigen Fällen deutlich im mittleren zweistelligen Bereich, im Durchschnitt lagen die gesamten Beitragserhöhungen der Branche jedoch bei nur 2 Prozent. In 45 Prozent aller Tarife wurde zudem überhaupt keine Beitragserhöhung durchgeführt. Die wies das Analysehaus Morgen & Morgen in einer Berechnung der Beitragserhöhungen 2012  nach.

 

Beitragssteigerung von PKV und GKV auf gleichem Niveau

Unterstützt wird diese Aussage von den Experten der deutschen Aktuarvereinigung. Diese beobachten seit 1997 sowohl die Beitragsentwicklung in der privaten als auch in der gesetzlichen Krankenversicherung. Ihren Berechnungen zufolge stiegen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung in den vergangenen 15 Jahren um rund 3,3 Prozent, in der gesetzlichen Krankenversicherung knapp 3,1 Prozent. Die Beitragsentwicklung beider Systeme liegt also eng beieinander. Allerdings sei die private Krankenversicherung auf die steigenden Kosten im Gesundheitswesen durch die kontinuierliche Bildung von Altersrückstellungen deutlich besser vorbereitet.

 

 

Ausweichmöglichkeit für Versicherte blieb unerwähnt

Bei den extremen Beitragserhöhungen handele es sich lediglich um Einzelfälle, die von den Medien aufplustert würden. Zudem hätten betroffene Versicherte in einem solchen Fall die Möglichkeit, in einen günstigeren Tarif ihres Versicherers zu wechseln. Sei dieser Tarif auch zu teuer, so bestehe immer noch die Möglichkeit, in den Basistarif zu wechseln. Dieser biete Leistungen und Beiträge auf Höhe der gesetzlichen Krankenversicherung. Alleine der Umstand, dass die Verbraucherzentralen diese Möglichkeiten der Versicherten bei ihrer Aussage nicht beachtet hätten, zeuge von einer schlechten Beratungsqualität, so Leienbach.

 

Vorsorge für den demografischen Wandel

Die private Krankenversicherung vollbringe in Verbindung mit dem dualen System und der gesetzlichen Krankenversicherung eine hervorragende Gesundheitsversorgung, welche in Europa so einzigartig ist, gab Leienbach weiter zu Wort. Ein weiterer Vorteil der PKV gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung sei, dass diese bereits jetzt Vorkehrungen treffe, um die Folgen des demografischen Wandels besser verarbeiten zu können. Dazu gehört die Bildung eines Kapitalstock, um die Beitragserhöhungen im hohen Alter so moderat wie möglich zu halten.

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