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GKV

GKV: Überschüsse höher als erwartet

5. März 2012

Erst kürzlich sprach sich Gesundheitsminister Daniel Bahr für eine Ausschüttung der von den gesetzlichen Krankenkassen erwirtschafteten Überschüsse aus. Diese jedoch lehnten eine Ausschüttung größtenteils ab und erklärten, das Geld werde dringend an anderen Stellen gebraucht. Neuen Informationen zufolge dürfte der Überschuss der GKV nun jedoch höher als bisher bekannt ausfallen, weshalb Bahr nun erneut eine Ausschüttung in Prämien-Form an die Versicherten fordert.

 

Überschüsse für 2012 fallen höher als erwartet aus

Nachdem zunächst erst von einem nicht allzu großen Überschuss für das letzte Quartal 2011 bei den gesetzlichen Krankenkassen die Rede war, scheint sich die Situation nun doch zum Gegenteil gewendet zu haben. So kann beispielsweise alleine die AOK Krankenversicherung einen Überschuss von knapp 1,3 Milliarden Euro vorweisen. Die Krankenkassen Barmer GEK, Techniker Krankenkasse (TK) sowie die DAK und einige weitere Ersatzkassen konnten zusammen einen Überschuss in Höhe von ca. 1,8 Milliarden Euro erwirtschaften. Eine komplette Summe für die gesamte Branche lässt sich aktuell noch nicht absehen, sollte aber in den nächsten Tagen bekannt werden. Sollte auch die Überschüsse der restlichen Krankenversicherer entsprechend hoch ausfallen, dürften sicherlich noch einmal viele Stimmen nach einer Prämienausschüttung laut werden. In den letzten Wochen gaben nur einige wenige Krankenversicherer bekannt, die Überschüsse an ihre Kunden weitergeben zu wollen.

 

Gesundheitsminister Bahr fordert erneut eine Ausschüttung

Nachdem nun die gute Nachricht bezüglich der höheren Überschüssen bekannt wurde, fordert Gesundheitsminister Daniel Bahr nun erneut eine Ausschüttung der Prämien an die Versicherten. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur forderte Bahr die gesetzlichen Krankenversicherer erneut auf, die Möglichkeit einer Prämienausschüttung an die Versicherten zu prüfen. Bisher kündigten nur 7 Krankenversicherer an, eine Prämie in Höhe von 30-72 Euro an die Versicherten weitergeben zu wollen. Zudem forderte Bahr die Krankenversicherer auf, nicht so „geheim“ mit den erwirtschafteten Überschüssen umzugehen, sondern diese auch transparent nach außen zu tragen.

 

 

Krankenversicherer plädieren für Rücklagen

Viele der Krankenkassen hatten sich bei Bekanntwerden des Überschusses gegen eine Ausschüttung ausgesprochen. Neben den Krankenkassen betonte auch der GKV-Verband, dass es für viele Versicherer sehr wichtig sei, Rücklagen zu schaffen, um beispielsweise auch auf längere Sicht gesehen einen Zusatzbeitrag vermeiden zu können. Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey stützt diese Auffassung. Der Auffassung McKinseys nach, drohen vielen gesetzlichen Krankenversicherern bereits in naher Zukunft wieder hohe Verluste. Ein gutes finanzielles Polster sei daher also mehr als angebracht.

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