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Gesundheit

GKV: Therapie-Kostenübernahme nur bei erwiesener Wirksamkeit

13. Dezember 2011

Die gesetzlichen Krankenkassen sind nicht zu einer Kostenübernahme verpflichtet, wenn es sich bei einer Behandlung oder einer Therapie um eine „nicht wissenschaftliche erwiesene“ Behandlungsmethode handelt. Auch wenn die Behandlung einen Erfolg mit sich bringt, muss keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgen. In einem solchem klagte ein Mann gegen seine Krankenkasse, da diese die Behandlungskosten für eine Immuntherapie gegen das „Epstein-Barr-Virus“ nicht übernehmen wollte. Der Mann blieb auf den Behandlungskosten von rund 73.000 Euro sitzen, da die Behandlungsmethode als „nicht wissenschaftlich erwiesen“ gilt (AZ: L 11 KR 2307/07).

 

Kostenübernahme nur bei „empfohlenen“ Therapien des GBA

Versicherte sollten sich daher vor einer Behandlung über die Kostenübernahme mit der Krankenkasse einigen. Bereits in der Vergangenheit  kritisierte der GKV-Ombudsmann, dass viele Versicherte zu eigenmächtig handeln würden und sich dann über das Verhalten der Krankenkasse wundern würden, wenn diese eine Kostenübernahme verweigert. Wichtig ist es für Versicherte zu wissen, dass eine Krankenkasse die Kostenübernahme für Behandlungen ablehnen kann, wenn diese nicht durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) als „empfohlen“ gelten. Auch die Klage eines Mannes wurde vor dem Landessozialgericht Baden-Württemberg abgelehnt, obwohl in diesem Fall sogar eine medizinische Notwendigkeit der Behandlung bestand, um die Krankheit zu heilen bzw. eine Linderung oder Verlangsamung hervorzurufen.

 

Qualität und Wirksamkeit bei der Behandlung maßgebend

Die Versorgung des Versicherten mit Heilmitteln ist dabei in einer Therapie mit inbegriffen und muss bei „empfohlenen“ Behandlungen/Therapien von den Krankenkassen mit übernommen werden. Laut Gesetz muss die Behandlung des Betroffenen jedoch nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand der Medizin erfolgen. Ausgenommen sind hiervon jedoch Behandlungen aus dem Bereich der  Naturheilkunde, der Osteopathie sowie der Homöopathie. Die Arbeitsgemeinschaft „Medizinrecht“ wies in einer aktuellen Mitteilung darauf hin, dass eine Behandlung immer nach dem aktuellen medizinischen Stand in Bezug auf Qualität und Wirksamkeit erfolgen muss. Dies ist jedoch meistens nicht bei allen neueren Behandlungsmethoden und Therapien der Fall, da diese häufig noch nicht durch den GBA als „empfohlen“ gelten. Versicherte sollten sich daher vorher über die Kostenübernahme ihrer Behandlungsmethode bei ihrer Krankenversicherung informieren.

 

 

Keine Kostenübernahme von Nahrungsergänzungsmitteln

In dem aktuellen Fall urteilte das Gericht gegen den Kläger, der eine Immuntherapie gegen das „Epstein-Barr-Virus“ hatte durchführen lassen. Die Krankenkasse verweigerte dem Mann daraufhin jedoch die Kostenübernahme, da die in der Therapie eingesetzten Nahrungsergänzungsmittel nicht als „empfohlene“ Therapiemittel von der GBA gelten. Ohnehin handele es sich Nahrungsergänzungsmitteln um Mittel, deren Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen werden müssen. Eine Notsituation, die eine Behandlung mit dieser Methode rechtfertigen würde, habe ebenfalls nicht bestanden, so das Urteil der Richter.

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