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GKV

GKV Studie zu AU: BKK ermittelt häufigste Krankheitsursachen

18. Dezember 2013

BKK Report zeigt Krankheitsursachen

Die BKK hat ermittelt, welche Krankheiten zu Arbeitsausfall führen

Wer krankheitsbedingt nicht zur Arbeit erscheint, muss in der Regel einen Krankenschein seines Arztes vorlegen – die sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU). Doch welche Krankheiten sind am häufigsten für die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit eines Berufstätigen verantwortlich? Der Bundesverband der betrieblichen Krankenkassen (BKK) ist dieser Frage auf den Grund gegangen und hat nun den BKK Gesundheitsreport 2013 vorgestellt. Die Studie der gesetzlichen Krankenversicherung zeigt auch, in welchen Bereichen des Arbeitsmarktes im vergangenen Jahr die meisten krankheitsbedingten Fehltage zusammen kamen.

Der BKK Gesundheitsreport 2013

Der BKK Gesundheitsreport soll klären, in welchen Branchen und auf Grund welcher Diagnose AU Tage im deutschen Arbeitsmarkt zu Stande kommen. Für den diesjährigen Gesundheitsreport der Betriebskrankenkassen wurden die Diagnosen von rund 10,3 Millionen Versicherten ausgewertet.

Im Mittelpunkt standen neben Krankheitsursache und der Branche, in der die jeweils Betroffenen tätig sind, auch die Anzahl der Tage, für die sie krankgeschrieben wurden. Wegen der großen Anzahl der untersuchten Einzelfälle und der genauen Recherchen können die Ergebnisse des BKK Gesundheitsreports als repräsentativ für die gesamte gesetzliche Krankenversicherung angesehen werden.

Skelett- und Muskelerkrankungen Hauptursache von Arbeitsausfall

Die Hauptursache für ausfallende Arbeitstage sind laut der GKV Studie Skelett- und Muskelerkrankungen. Insgesamt kommen hierdurch gut 26,5 Prozent aller Krankheitsfälle zu Stande. Pro hundert Versicherte einer gesetzlichen Krankenversicherung ergibt dies 441 Krankheitstage im Jahr. Interessant hierbei ist, dass von diesen 441 Krankheitstagen pro einhundert Versicherte und Jahr ganze 432 Fälle durch Versicherte anfallen, die in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen.

Psychische Leiden auf Platz Zwei

Ein weiteres Ergebnis der GKV Studie, welches zu berechtigten Sorgen Anlass gibt, liegt darin, dass inzwischen psychische Leiden wie Depressionen oder das Burnout Syndrom die zweithäufigste Ursache für krankheitsbedingtes Fehlen am Arbeitsplatz sind. Solche seelischen Erkrankungen machen 14,7 Prozent der gesamten Anzahl von AU Bescheinigungen aus, gefolgt von Erkrankungen des Atmungssystems, die mit 13,5 Prozent der Fälle zu Buche schlagen.

Besonders in Postdiensten viele Krankheitstage

Die Branche, in welcher im Vorjahr durchschnittlich die meisten Krankheitstage anfielen, waren die Postdienste. Hier werden jährlich im Durchschnitt 23 Krankheitstage geltend gemacht. Auf den Plätzen 2 und 3 liegen Beschäftigte aus der Abfallbeseitigung mit 19,9 und aus dem Verkehrswesen mit durchschnittlich 19,5 Tagen pro Jahr. Auffällig in diesem Zusammenhang: Bei den drei „Spitzenreitern“ handelt es sich um Berufe, die dem Beschäftigten ein hohes Maß an körperlicher Anstrengung abverlangen.

Wenige Krankheitstage in Bürojobs

In typischen Bürojobs fielen im letzten Jahr deutlich weniger Erkrankungen an. Die wenigsten krankheitsbedingten Arbeitsausfälle verzeichnen Beschäftigte aus dem IT Bereich und der Datenverarbeitung. Hier fielen pro Jahr nur durchschnittlich 7,9 Krankheitstage an. Der IT Branche folgen Beschäftigte von Verlagen und Medien (8,6 Tage / Jahr) und Beschäftigte aus dem Kredit- und Versicherungsgewerbe (10,6 Tage / Jahr).

BKK Gesundheitsreport zeigt Parallelen zur BU auf

Auch wenn sich der BKK Gesundheitsreport selbstverständlich auf vorübergehend erkrankte Berufstätige bezieht, die nach ihrer Genesung wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren: Die festgestellten Krankheitsursachen decken sich fast 1:1 mit den Krankheitsbildern, die für eine Berufsunfähigkeit (BU) ursächlich sind. Auch bei den Berufsunfähigen sind Muskel- und Skelettkrankheiten noch immer der Hauptauslöser und psychische Leiden, vornehmlich in Bürojobs, auf dem Vormarsch.

Oftmals entwickelt sich auch eine langfristige Berufsunfähigkeit aus einer Vorerkrankung, die vom Betroffenen auf den ersten Blick nur als leicht und vorübergehend angesehen wurde. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass sich Berufstätige über ihr mögliches BU Risiko informieren und bei Bedarf Vorsorge treffen. Lesen Sie darum mehr zum Thema BU und den Möglichkeiten, sich für den Notfall abzusichern.

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