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GKV

GKV Studie: 8 Cent pro Beitrags-Euro könnten eingespart werden

3. Januar 2012

Nach einer Studie zum System gesetzlichen Krankenversicherung von A.T. Kearney werden rund 23 Prozent der Verwaltungsausgaben für „unnütze“ und „überflüssige“ Vorgänge ausgegeben. Würden sich diese überflüssigen Ausgaben einsparen lassen, so entspräche dies rund 1,3 Prozent des aktuellen Beitragssatzes (2012: 15,5 Prozent). Insgesamt könnten so rund 8 Cent pro Beitrags-Euro eingespart werden.

 

Verwaltungskostenquote von 23 Prozent

Laut des A.T. Kearney Studie gab das deutsche Gesundheitssystem 2010 rund 40,4 Milliarden Euro an Verwaltungskosten aus. Auf jeden einzelnen Euro gerechnet bedeutet dies, dass nur 77 Cent eines jeden Beitrags-Euros für direkte Leistungen aufgewendet wurden. Damit liegt die Verwaltungskostenquote mit 23 Prozent deutlich über dem Schnitt der deutschen Industrieunternehmen. Während hier die Quote 6,1 Prozent beträgt, liegt die des Gesundheitssystems 3,8-fach darüber. Der Anteil der gesetzlichen Krankenversicherung an den gesamten Verwaltungskosten 2010 beträgt 68,1 Prozent bzw. 27,5 Milliarden Euro.

 

Einsparpotenzial von 8 Cent pro Beitrags-Euro

Insgesamt gaben die gesetzlichen Krankenversicherungen laut Studie 2010 rund 176 Milliarden Euro. Damit entsprechen die gesamten Verwaltungsausgaben immerhin einem Anteil von 15,6 Prozent. Nimmt man hier die offiziellen Zahlen zu den Verwaltungsausgaben der GKV, so liegen die mit 9,5 Milliarden Euro bzw. 5,4 Prozent deutlich darunter. Insgesamt konnte A.T. Kearney nach eigenen Angaben ein Einsparpotenzial von 13 Milliarden Euro in der GKV ausmachen. Dies wären rund 8 Cent eines jeden Euros, der von jedem Beitragszahler zur GKV geleistet wird.

 

 

Senkung des GKV-Beitragssatzes auf 14,2 Prozent möglich

Dr. Oliver Scheel, einer der Partner von A.T. Kearney gab zu Wort, dass sich so der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung um 1,3 Prozent senken lasse. Auf jeden einzelnen Versicherten verteilt könnten so pro Kopf 252,90 Euro im Jahr eingespart werden. Geht es nach A.T. Kearney, so besitzt die deutsche Gesundheitsbranche ein großes ungenutztes Einsparpotenzial. Auch ein großes, ungenutztes Effizienzpotenzial will A.T. Kearney im Zuge der Studie ausgemacht haben. Wo und in welchen Bereichen diese Einsparungen vorgenommen werden könnten, ging aus der Unternehmensmitteilung nicht hervor. Jedoch bemängelten in der Vergangenheit auch andere Institutionen die hohen Verwaltungsausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung bzw. des deutschen Gesundheitssystems.

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