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GKV

GKV: Steigende Einsparungen aus Arzneimittel-Rabattverträgen

10. November 2011

Die Ausgabensituation der gesetzlichen Krankenversicherungen sieht gut aus. In den ersten 9 Monaten 2011 verzeichnete IMS Health 2,7 Prozent weniger Ausgaben für Arzneimittel als im Vorjahr. Insgesamt gaben die gesetzlichen Krankenkassen rund 22,3 Milliarden Euro von Januar bis September aus. Allerdings dürften es unterm Strich noch mehr Einsparungen sein, da die Abzüge aus Rabattverträgen mit Pharmaherstellern und Apothekern in dieser Summe noch nicht eingerechnet ist.

 

Ausgaben für Arzneimittel rückläufig

Die Einsparungen durch Rabattverträge schätzt IMS Health auf rund 2,8 Milliarden Euro. Insgesamt konnten die gesetzlichen Krankenversicherungen so einen Anteil von rund 13 Prozent der Ausgaben einsparen. Der Großteil der Einsparungen entfällt auf die Rabattverträge der Krankenkassen mit dem Großhandel. Die Anzahl der abgesetzten Packungen stiegen dagegen nur minimal auf um 0,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg allerdings der Absatz von Großpackungen um 4,8 Prozent.

 

Rabattverträge spielen wichtige Rolle in der GKV

Mittlerweile sind Rabattverträge in der gesetzlichen Krankenversicherung zu einem wichtigen Standbein des Systems geworden. Bereits im letzten Jahr betrugen die Einsparungen durch Rabattverträge 1,3 Milliarden Euro. Für Ende 2011 schätzen Experten die Einsparungen auf rund 3 – 3,3 Milliarden Euro. Ohne Rabattverträge wäre es vielen Krankenversicherern außerdem nicht möglich gewesen, auf einen Zusatzbeitrag zu verzichten.

 

 

Deutschland im europäischen Kostenvergleich

Im europäischen Ländervergleich liegt Deutschland mit seinen Ausgaben deutlich vorn. Dies geht aus dem kürzlich veröffentlichten Arzneiverordnungsreport des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Dabei wurden 2011 die deutschen Arzneimittelpreise und Ausgaben mit denen Großbritanniens verglichen. Laut WIdO würde sich ein Einsparpotenzial von rund 2 Milliarden Euro ergeben, wenn man die deutschen Preise denen Großbritanniens anpassen würde. Insgesamt liegen die Preise GBs rund 65 Prozent über denen Deutschlands. Größter Kostenfaktor sind hier die Patentmedikamente, welche mit ihren hohen Preisen einen großen Anteil der Ausgaben ausmachen.

 

Report sieht Einsparpotenzial von bis zu 8,1 Milliarden Euro vor

Getoppt werden die großen Preisunterschiede der normalen Medikamente nur von den Preisen für Generika. Diese liegen im Großbritannien – Deutschland Vergleich teilweise bei 90 Prozent. Neben dem Preisvergleich zeigt der Arzneimittelreport 2011 auch Möglichkeiten zur Einsparung von Kosten auf. So sei es laut Report möglich, bis zu 8,1 Milliarden Euro einzusparen. Eine Anpassung der Arzneimittelpreise an den deutschen Markt dürfte aufgrund einer Vielzahl von Wettbewerbsregelungen jedoch nicht so einfach möglich sein.

 

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