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GKV

GKV: Preisverhandlungen bei Pharmazeutika gestartet

24. Januar 2012

Bisher konnten Hersteller von Pharmazeutika für neue Medikamente verlangen was sie wollten. Das vom ehemaligen Gesundheitsminister Philipp Rösler auf die Beine gestellte Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz jedoch sorgt nun dafür, dass ein Hersteller erstmals mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung über die Höhe des zu erstattenden Betrags verhandeln muss.

 

Keine Preis-Selbstbestimmung bei Pharmazeutikamehr

Das Gesetz sorgt dafür, dass Pharmahersteller nicht einfach irgendeinen Preis verlangen können und so die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für Arzneimittel in die Höhe treiben. Neue Medikamente durchlaufen daher zuvor eine Art Test. Darin wird deren Nutzen bewertet. Liegt der Nutzen eines Medikaments nur minimal über dem vergleichbarer Medikamente, so erfolgt von den Krankenkassen nur eine Erstattung der Kosten für die vergleichbaren Medikamente. Liegt der Nutzen jedoch über vergleichbaren Arzneimitteln, so übernehmen die Krankenkassen auch höhere Kosten.

 

21 Arzneimittel warten auf Kostenverhandlungen

Aktuell geht es dabei um die Kostenübernahme des Herzmedikaments „Brilique“. Einer Studie zufolge hat das Medikament eine 80 Prozent höhere Wirksamkeit, als vergleichbare Mittel wie beispielsweise Clopidogrel. Brilique kommt vor allem bei Herzinfarkt-Patienten zum Einsatz. Der Studie zufolge könnten mit Einsatz von Brilique 11 Patienten von 1000 einen Herzinfarkt vermeiden. Fraglich ist jedoch nun, wie viel Geld die gesetzlichen Krankenkassen auszugeben bereit sind. Für die Verhandlungsgespräche des GKV-Verbandes sowie des Herstellers sind 6 Monate angesetzt, da zwischenzeitlich noch über die Kostenerstattung von 20 weiteren Arzneimitteln abgestimmt werden muss.

 

 

Pharmaverband vfa fordert faire Preise

Zunächst fand das neue Gesetz in der Pharmabranche wenig Anklang. Viele Hersteller stellten sich gegen die nun eingeschränkte Selbstbestimmung bei den Preisen. Aufgrund dieser Einschränkung fordert die Vorsitzende des Pharmaverbandes vfa nun faire Preisverhandlungen zwischen dem Verband und den Herstellern. Hier zeige sich außerdem, ob die Krankenversicherer Wert auf eine gesteigerte Gesundheitsversorgung ihrer Versicherten legen oder an kurzfristige Sparziele denken. Johann-Magnus von Stackelberg, GKV-Verband, sagte zu diesem Thema, dass sich die Preise der neuen Pharmazeutika am Zusatznutzen für die Versicherten orientiert.

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