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GKV

GKV: Politik fordert Rechnungs-Einsicht im Internet

17. November 2011

Da es den Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung häufig schwierig ist, im Detail nachvollziehen zu können, welche Leistungen tatsächlich von einem Arzt abgerechnet wurden und welche nicht, haben sich nun Union und FDP darauf geeinigt, einen entsprechenden Entwurf mit die Reform des Versorgungsstrukturgesetzes aufnehmen zu wollen. Privatversicherte haben es da einfacher: Sie erhalten nach jedem Arztbesuch eine detaillierte Rechnung, die sie zunächst mit dem Arzt und danach mit der Krankenversicherung abrechnen müssen.

 

Online-Rechnung soll im Versorgungsstrukturgesetz verankert werden

Union und FDP haben sich nun darauf geeinigt, im Zuge des Versorgungsstrukturgesetzes eine entsprechende Regelung zum Online-Rechnungs-Abruf aufnehmen zu wollen. Damit sollen auch GKV-Versicherte die Möglichkeit bekommen, auf einfache Weise einen Einblick in die von ihnen bezogenen Leistungen zu erhalten. Bisher war dies nur auf Umwegen möglich. So können Versicherte einer gesetzlichen Krankenversicherung lediglich Einsicht über eine extra Patientenquittung erhalten. Diese kann jedoch nicht sofort nach der Behandlung an den Patienten weitergegeben werden, sondern muss erst einmal von der Praxis ausgestellt und an die Rechnungsstelle der Krankenversicherung weitergereicht werden. Diese reicht die Patientenquittung dann an den Versicherten weiter. Dabei kann es schon mal zu einer Wartezeit von einigen Wochen kommen.

 

Detaillierte Abrechnungen in der privaten Krankenversicherung

Die Rechnungseinsicht der privaten Krankenversicherung funktioniert da wesentlich einfacher. Da die Abrechnung nicht mit der Krankenkasse sondern zunächst einmal mit dem Versicherten stattfindet, erhält dieser eine detaillierte Abrechnung mit allen abgerechneten Leistungen. Diese reicht der Versicherte dann zur Abrechnung bei seiner Krankenversicherung ein. Zwar besitzt die Leistungsabrechnung in der PKV bereits eine große Transparenz, trotzdem gibt es auch hier noch einigen Verbesserungsbedarf. Die Grundlage der Leistungsabrechnung bildet in der PKV die Gebührenordnung für Zahnärzte bzw. Ärzte (GOZ/GOÄ). Hier können die Ärzte entscheiden, mit welchem Leistungsfaktor sie die durchgeführten Leistungen abrechnen wollen. Hier liegt das Problem im Detail: Häufig ist es für den Versicherten nicht ersichtlich, mit welchem Faktor seine Leistungen nun abgerechnet wurden und warum. Hier könnte die Transparenz für die Kunden noch weiter erhöht werden, da ist man sich auch in der Regierung sicher.

 

 

Krankenkassen noch skeptisch

Die gesetzlichen Krankenkassen sich bisher von den Plänen der Regierung jedoch noch nicht überzeugt. Aufgrund des aktuellen Rechnungsaufkommens dauert es auf mehrere Wochen, bis eine Rechnung zur Einsicht im Internet verfügbar stehen könnte. Wie das Vorhaben der Regierung daher aussehen könnte, dazu konnte sich bisher niemand der Beteiligten äußern.

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