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GKV

GKV: Ökonome fordern Zusatzbeiträge

22. Dezember 2011

Aufgrund des Überschusses von knapp 3 Milliarden Euro werden im kommenden Jahr nur noch wenige Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben. 5 der verbliebenen Krankenversicherer kündigten vergangene Woche an, im kommenden Jahr gänzlich auf einen Zusatzbeitrag verzichten zu wollen. 4 weitere Versicherer verkündeten, den Zusatzbeitrag im Laufe des Jahres abschaffen zu wollen. Bei lediglich 2 Krankenversicherern ist zu diesem Thema noch keine Entscheidung gefallen. Einige Ökonome aus Berlin fordern jedoch bereits jetzt den Zusatzbeitrag zurück. Sie bemängeln fehlende Transparenz sowie einen schwächeren Wettbewerb bei einer GKV ohne Zusatzbeiträge.

 

Zusatzbeiträge schaffen Transparenz in der GKV

Viele Versicherungsnehmer dürften sich über diese Tatsache freuen, da Ihnen deutliche Einsparungen winken. Viele Gesundheitsökonome kritisieren jedoch das Vorgehen der Krankenkassen. Laut Ihnen verliere die Preisgestaltung der gesetzlichen Krankenversicherer durch die Aussetzung der Zusatzbeiträge eine Menge Transparenz. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin gab im aktuellen Wochenbericht bekannt, dass die Wechselbereitschaft bei Versicherten deutlich gestiegen sei, wenn Preisunterschiede bei Krankenkassen beispielsweise anhand eines Zusatzbeitrages auszumachen seien.

 

Zusatzbeiträge sorgen für stärkeren Wettbewerb

Durch die Zusatzbeiträge seien die Krankenversicherer deutlich transparenter für viele Verbraucher, erklären die Ökonome Hendrik Schmitz, Nicolas Ziebarth und Peter Eibich des DIW. Zwar existieren zwischen den einzelnen gesetzlichen Krankenkassen große Unterschiede, jedoch stecken diese eher im Detail und seien nicht wirklich spürbar. Durch die Zusatzbeiträge seien Unterschiede jedoch direkt spürbar, da jeder Versicherte von ihnen betroffen sei, heißt es weiter. Um den Wettbewerb zwischen den einzelnen Krankenkassen aufrecht zu erhalten und weiter zu stärken, schlagen die Ökonome vor, die Zahlungen aus dem Gesundheitsfond in Zukunft auf 95 – 98 Prozent der GKV-Gesamtausgaben zu begrenzen.

 

 

Zwang zu mehr Effizienz durch Kürzung der Zuwendungen

So würde man die Krankenversicherer dazu zwingen, effizienter zu arbeiten, um die fehlende Einnahmen aus dem Gesundheitsfond auszugleichen. Würde dies nicht geschehen, würde jeder Krankenkassen im Schnitt ein Minus von rund 15 Euro pro Versichertem entstehen. Diese hätten dann die Wahl, einen Zusatzbeitrag zu erheben oder für eine effizientere Arbeitsweise zu sorgen. Wie lange die gesetzlichen Krankenkassen ohne einen Zusatzbeitrag auskommen können, lässt sich bisher schwer abschätzen. Experten erwarten jedoch für Anfang 2013 bereits wieder die ersten Krankenversicherer mit Zusatzbeiträgen.

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