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GKV

GKV: Kritiker kritisieren Sicherheit der elektronischen Gesundheitskarte

19. April 2012

In den vergangenen Wochen erhielten viele Versicherte ein Infoschreiben ihrer Krankenversicherung, in der sie dazu aufgefordert wurden, ein Lichtbild an die Krankenversicherung zu schicken. Nur einige Wochen später wurden dann die ersten elektronischen Gesundheitskarten (eGK) an die Versicherten verschickt. Befürworter lobten die eGK ursprünglich als deutlich sicherer als die bisherige Versichertenkarte. Kritiker warnen nun jedoch, die neue eGK biete ein deutlich höheres Missbrauchspotenzial, als die alte Versichertenkarte. Gerade durch die Möglichkeit, private und sensible Daten auf dem internen Mikrochip abzuspeichern, berge ein großes Risiko, so die Kritiker.

 

Umfrage zeigt Aufklärungsbedarf auf

Auch wenn die elektronische Gesundheitskarte am Ende an rund 80 Prozent aller Deutschen ausgeliefert werden dürfte, wissen rund 30 Prozent immer noch nicht, was überhaupt die eGK ist. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Apotheken Umschau zu diesem Thema hervor. Vor allem ältere Menschen scheinen dem Ergebnis der Umfrage zufolge noch nicht wirklich ausgiebig über die eGK informiert worden zu sein.

 

Auslieferung der neuen elektronischen Gesundheitskarte

Bis Ende 2012 sollen die Krankenkassen 70 Prozent ihrer Versicherten mit der neue eGK ausgestattet haben, ansonsten drohen Sanktionen. Experten empfehlen jedoch, die alte Versichertenkarte nicht direkt zu entsorgen sondern diese noch eine Weile zu bewahren, da viele Ärzte noch nicht im Besitz des neuen eGK-Lesegeräts sind. Der Vorteil der eGK, so wurde es angepriesen, ist die Speicherung von privaten Daten zum Gesundheitszustand sowie Krankenakten und anderen wichtigen Informationen. Auch OP-Berichte oder der Röntgenausweis soll auf der neuen Karte Platz finden. Das Lichtbild soll den Inhaber der Karte vor Missbrauch schützen, Kritiker befürchten jedoch aufgrund der technischen Beschaffenheit der Karte ein großes Missbrauchsrisiko.

 

 

Sicherheit der eGK in der Kritik

Das größte Risiko, so schätzen Experten, geht dabei von Hackern aus, die die sensiblen Daten von den Servern im Internet stehlen könnten. Versicherer könnten die Daten beispielsweise nutzen, um sich ein Bild von einem Antragssteller zu machen und eine Versicherung dann aufgrund der Vorerkrankungen bzw. seines Krankheitsbildes abzulehnen. Auch Arbeitgeber könnten sich mithilfe dieser Daten einen Eindruck vom gesundheitlichen Zustand des Arbeitnehmers verschaffen und diesen dann aufgrund dieser Daten ablehnen. Das Bundesgesundheitsministerium gibt jedoch Entwarnung und erklärt, dass die Karten allen technischen Sicherheitsstandards genügen würden.

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