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GKV

GKV: Krankenkassen lehnen IGeL-Leistungen ab

25. Januar 2012

Viele gesetzliche Krankenversicherer kritisieren aktuell das neue Internetportal „IGeL-Monitor“. Über das Portal können Versicherte über die IGeL-Leistungen, also die individuellen Gesundheitsleistungen informieren. Diese Leistungen können über den Arzt in Anspruch genommen werden, müssen von den Versicherten aber aus eigener Tasche bezahlt werden.

 

IGeL-Monitor als Entscheidungshilfe für Versicherte

Der IGeL-Monitor bietet Versicherten dabei die Möglichkeit, sich Informationen zu IGeL einzuholen. Die Bewertungen der einzelnen Angebote stützen sich dabei auf die Bewertungen von verschiedenen wissenschaftlichen Auswertungen und Untersuchungen. So soll anderen Versicherten die Möglichkeit gegeben werden, sich im Vorfeld über die Nützlichkeit und Wirksamkeit der Leistungen zu informieren. Entstanden ist der IGeL-Monitor dabei als Projekt des Medizinischen Dienst des GKV-Verbands. Viele Krankenversicherer jedoch kritisieren nun das Projekt des MDS. So liege der Sinn der IGeL lediglich darin, Gewinn zu erzielen, da die Durchführung der Leistungen nicht auf einer medizinischen Notwendigkeit beruht.

 

GKV kritisiert individuelle Gesundheitsleistungen

Doris Pfeiffer, Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes gab an, dass Kassenpatienten jährlich rund 1,5 Milliarden Euro für IGeL ausgeben. Ein großer Kritikpunkt ist laut Pfeiffer, dass Versicherte bisher keine Möglichkeit gehabt hätten, sich eine unabhängige Meinung einzuholen. Dies solle sich nun mit dem IGeL-Monitor ändern, so Pfeiffer. Zudem bietet der Monitor eine Übersicht über die Preise der einzelnen Leistungen.

 

 

Lediglich 2 IGeL-Leistungen mit positiver Bewertung

Insgesamt fielen nur die Bewertungen zweier IGeL-Angebote positiv aus. 4 erhielten die Einstufung „negativ“, 7 weitere Leistungen wurden als „tendenziell negativ“ eingestuft. Bei 7 weiteren Angeboten schien man sich des Nutzens nicht ganz klar zu sein, daher fiel die Bewertung mit „unklar“ entsprechend aus. Lediglich die Bewertung zweier Leistungen, der Akupunktur bei Migräneprophylaxe und der Lichttherapie bei Winterdepression, fielen mit „tendenziell positiv“ relativ gut aus. Ergänzt wird der Monitor durch die Informationen zu weiteren, ergänzenden Angeboten wie eine reisemedizinische Vorsorge sowie Gesundheits-Checks.

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