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Gesundheit

GKV: Kassen fordern strengere Bewertungen von Pflegeeinrichtungen

26. April 2012

Immer wieder beklagen viele brancheninterne Experten die Missstände in deutschen Pflegeeinrichtungen. Um dieser Problematik Herr zu werden, wurde vor rund 3 Jahren der Pflege-TÜV ins Leben gerufen, welcher regelmäßig Einrichtungen und Pflegedienste unter die Lupe nehmen sollte. Allerdings scheint dieser seiner Rolle noch nicht komplett zu erfüllen, weshalb der GKV-Verband nun strengere Kontrollen des Pflege-TÜVs fordert.

 

Erweiterung des Notensystems gefordert

Gernot Kiefer, Vorstandsvorsitzender des GKV-Verbandes erklärte, es müsse auch für Nichtexperten erkennbar sein, wie die aktuellen Zustände der Pflegeeinrichtungen seien. Aktuell sei es seiner Meinung nach so, dass die Missstände durch das Benotungssystem verschleiert würden, wodurch Verbraucher nicht erkennen könnten, welche ob eine Einrichtung nun gut oder schlecht sei.

Die gesetzlichen Krankenkassen stehen aktuell in Verhandlung mit den Pflegekassen. Die Krankenkassen fordern dabei 15 klare Bewertungskriterien bei der Bewertung von Pflegeeinrichtungen. Sollten die Verhandlungen jedoch scheitern, so wollen die Kassen die neugegründete Schiedsstelle zur Klärung heranziehen. Zusätzlich fordern die Kassen die Erweiterung des bisherigen Notensystems (sehr gut – mangelhaft) um die Note 6 (ungenügend).

 

Keine Verschleierung von schlechten Leistungen durch gute Bereiche

Zu den wichtigsten Bewertungskriterien gehören nach Ansicht des Verbandes Fragen zur Flüssigkeitsversorgung, sowie zur Behandlung von Druckgeschwüren und Vorbeugung von Stürzen. So soll es den Pflegeeinrichtungen nicht mehr möglich sein, Mängel zu verdecken, indem in anderen Bereichen  gute Leistungen erbracht werden, um so die Gesamtnote zu beeinflussen.

 

 

Kassen fordern Verbesserung von Lebensbedingungen in Pflegeheimen

Die Kassen forderten zudem von der Deutschen Hospiz Stiftung, die Lebensbedingungen von Menschen in Pflegeheimen deutlich zu verbessern, indem Pflegebedürftige nicht mehr gefesselt werden dürften. Nach Ansicht der Kassen leben rund 42 Prozent aller in deutschen Pflegeheimen lebenden Menschen unter freiheitsberaubenden Bedingungen. Dies wies die Deutsche Hospiz Stiftung jedoch zurück. Bei rund 20 Prozent aller dieser Menschen seien derartige Maßnahmen für die weitere Behandlung notwendig, so Christiane Grote vom Medizinischen Dienst. Jedoch gab sie auch zu, dass bei rund jedem Zehnten eine entsprechende Genehmigung fehle.

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