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PKV

GKV: Immer mehr wechseln in die PKV

26. Mai 2011

 

Immer mehr zahlungskräftige Versicherte weisen der gesetzlichen Krankenkasse den Rücken zu und wechseln in die private Krankenkasse. Die Zahl der PKV-Wechsler stieg im Vergleichszeitraum (Januar bis April) im Gegensatz zu 2010 auf knapp 40.000 Wechsler an. 2010 waren es nur 28.500, die in eine private Krankenkasse wechselten.

 

Verkürzte Wechselfristen

Als Grund gibt das Bundesgesundheitsministerium den Umstand der verkürzten Wechselfrist an. Vor Januar 2010 betrug dieses noch 3 Jahre und wurde nun mit der Einführung des GKV-Finanzierungsgesetzes auf 1 Jahr heruntergesetzt. So können Arbeitnehmern bereits nach einem Jahr in die PKV wechseln, wenn ihr Gehalt die Einkommensgrenze von 49.500 Euro brutto überschreitet.

 

Hohe Kosten für die gesetzlichen Krankenkassen

Der GKV-Spitzenverband hatte bereits vor einem großen Ansturm auf die private Krankenkassen gewarnt. Insgesamt schätzt der Spitzenverband die Zahl der Wechsler für 2011 auf ca. 70.000. Damit würden den gesetzlichen Krankenkassen Gelder in Höhe von rund 400 Millionen Euro fehlen. Die PKV schätzte die Kosten für die Wechsler auf rund 80 Millionen Euro. Da gesetzlich Versicherte häufig mit 35 Jahren wechseln würden, hätten sie bis dahin noch nicht allzu viele Leistungen in Anspruch genommen. Dies würde sich dann mit steigendem Alter in der PKV ändern.

 

 

Ersatzkassen stark betroffen

Besonders betroffen von den Wechseln in die privaten Krankenkassen seien die Ersatzkassen. Laut Bundesgesundheitsministeriums stammen 37.000 der bisherigen 40.000 Wechsler aus einer Ersatzkasse.

Aussagen zum Verlust der Finanzkraft möchte allerdings niemand machen. Eine gesetzliche Krankenkasse bekommt rund 1000 Euro jeden Versicherten zwischen 30-34 Jahren. Welche Kosten ein Mensch dieses Alters in etwa verursacht, lässt sich schwer sagen.

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