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PKV

GKV: Gesundheitsfond steigert Überschuss

13. Oktober 2011

Für Ende 2011 erwarten Experten eine Aufstockung des Gesundheitsfonds auf rund 4,4 Milliarden Euro. Die steigenden Beitragseinnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung lassen den Überschuss des Gesundheitsfonds weiter ansteigen. Die liquiden Mittel, die dem Gesundheitsfond zum Ende des Jahres zur Verfügung stehen könnten, erhöhen sich damit auf rund 8,6 Milliarden Euro. Bereits in der Vergangenheit gab es von Seiten des GKV-Verbandes viel Kritik zur Nutzung des Überschusses.

 

Erhöhung des Gesundheitsfond-Überschusses 2011

Aufgrund der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes und der damit verbundenen Lohnentwicklung stieg die Prognose des Januars für den Überschuss des Gesundheitsfonds um 1,7 Milliarden Euro. Neben den Beitragseinnahmen der verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen fließen auch Steuerzuschüsse in den Gesundheitsfond ein. Für jeden Versicherten erhält jede Krankenkasse dann eine pro Kopf Pauschale aus dem Geldpool. Für 2011 schätzen Experten die Aufwendungen an Krankenkassen auf rund 178,9 Milliarden Euro. Die tatsächlichen Ausgaben werden aber nur auf rund 177,5 Milliarden Euro geschätzt. Die Gesamteinnahmen des Gesundheitsfonds aus Beitragseinnahmen und Steuerzuschüssen werden auf 183,4 Milliarden Euro geschätzt.

 

Keine Beitragssenkung möglich

Bereits in der Vergangenheit forderten viele Krankenversicherungen und Verbände, den Überschuss des Gesundheitsfonds für eine Senkung des Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung zu nutzen.  Allerdings rief Gesundheitsminister Daniel Bahr zur Beruhigung auf. Eine Senkung werde es zunächst nicht geben. Der Überschuss für 2012 dürfte wesentlich kleiner ausfallen als 2011. Zudem werden in den kommenden 2 Jahren rund 2 Milliarden Euro für den Sozialausgleich der Geringverdiener benötigt. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserve liegt bei 3 Milliarden Euro, für eine Beitragssenkung sei also kein Platz.

 

 

Steigende Kosten im Arzneimittelbereich

Trotz steigender Gesundheitskosten erwarten Experten auch für 2012 einen großen Überschuss. Allerdings werden diese auf nur rund 300 Millionen Euro geschätzt. Grund für diesen eher kleinen Überschuss sind steigende Kosten im Bereich der Arzneimittel. Die Ausgaben in diesem Bereich könnten allerdings durch weitere Arzneimittelrabatte und neue Rabattverträge mit Herstellerfirmen gesenkt werden. Trotz eines ausgeglichenen Finanzhaushalts werde es auch 2012 wieder Krankenkassen geben, die ohne einen Zusatzbeitrag nicht auskommen können. Durch den geringen Überschuss im Gesundheitsfond ist es der Regierung jedoch nicht möglich, eine Beitragssenkung zur GKV in Reichweite zu holen.

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