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Krankenversicherungspflicht

Frist für Nicht Krankenversicherte läuft am 31.12. ab

11. Dezember 2013

Nur noch wenig Zeit zur günstigen Versicherung in einer GKV

Nichtversicherte können noch günstig in die GKV eintreten

Trotz der in Deutschland seit dem Jahr 2007 geltenden Krankenversicherungspflicht ist noch immer eine große Anzahl von Menschen ohne jede Krankenversicherung. Um dies zu ändern, hat die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) den Betroffenen im August diesen Jahres einen Ausweg angeboten.

Wer ohne Versicherungsschutz ist und einer GKV beitritt, muss keine Beitragsrückerstattung oder Säumnisgebühren zahlen. Allerdings läuft die Anmeldefrist am 31.12.2013 ab. Wer also in der Zukunft Versicherungsschutz wünscht, sollte sich so schnell wie möglich an eine gesetzliche Krankenversicherung seiner Wahl wenden und um Aufnahme ersuchen.

Bisher drohten Nicht Krankenversicherten hohen Kosten

Bisher mussten Nicht-Krankenversicherte, die in eine GKV eintraten, die Beiträge für den Zeitraum ohne Versicherungsschutz nachzahlen. Zudem wurden Säumniszuschläge bei nicht umgehender Zahlung fällig. Auf diese Weise wurde zwischen den Betroffenen und ihrem möglichen Versicherungsschutz im Krankheitsfall eine sehr hohe Hürde errichtet, in manchen Einzelfällen standen gar Summen von mehreren zehntausend Euro im Raum.

Die meisten Nichtversicherten konnten sich eine solch hohe Zahlung nicht leisten und  so ist es nicht verwunderlich, dass viele von ihnen ohne jede Krankenversicherung blieben.

Bisher einmaliges Angebot der GKV

Das Angebot der gesetzlichen Krankenkassen an Nichtversicherte ist in seiner Form tatsächlich einmalig. Denn die genannten „Strafbeiträge“ müssen Nichtversicherte nun nicht mehr fürchten. Aber eben nur dann, wenn sie vor dem 31.12. in eine gesetzliche Krankenversicherung eintreten.

Formalien für die Rückkehr in die GKV

Neben der Frist bis zum 31.12. diesen Jahres müssen Nichtversicherte noch andere Formalien einhalten, wenn sie in eine gesetzliche Krankenversicherung eintreten bzw. zurück kehren möchten. Die wichtigsten hat die Redaktion von Private Krankenkasse PKV im Folgenden zusammengestellt.

Eintritt der Versicherungspflicht frühestens am 01.04.2007

Für Nicht-Krankenversicherte, die bisher noch kein Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung sind und sich or Fristablauf bei einer Krankenkasse melden, entfallen alle zwischen dem Eintritt der Versicherungspflicht (frühester Stichtag 01.04.2007) eingetretenen Beiträge. Auch mögliche Säumniszuschläge aus diesem Zeitraum werden vollständig erlassen.

Keine Leistungs-Inanspruchnahme oder Verzicht auf Nachzahlung

Allerdings dürfen die Nichtversicherten während des genannten Zeitraumes keine Leistungen in Anspruch genommen haben. Sollten sie dies doch getan haben, müssen sie eine schriftliche Erklärung dahingehend abgeben, dass sie selbst für die angefallenen Kosten aufkommen und keinesfalls ihren neuen Versicherer nachträglich für diese Kosten heranziehen werden.

Wie hoch wird der Beitrag ausfallen?

Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung wird in Abhängigkeit zum Einkommen des Versicherten berechnet. Hat dieser kein oder nur ein sehr geringes Einkommen, gilt für die Berechnung seines GKV Beitrages dennoch das festgelegte Mindesteinkommen. Für Versicherte mit sehr geringem oder gar ohne jedes Einkommen errechnet sich der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung pro Kalendertag aus dem 90. Teil des Mindesteinkommens, so dass ein monatlicher Mindestbeitrag in Höhe von 133,85 Euro bzw. ab dem 01.01.2014 von 137,33 Euro fällig wird.

Bisher wenig Widerhall

Trotz des Erlasses der Beitragsrückzahlung und der Säumniszuschläge findet das Angebot der GKV bisher scheinbar wenig Widerhall. Bisher haben sich nur wenige hundert der insgesamt rund 140.000 Nicht Krankenversicherten an eine gesetzliche Krankenversicherung gewandt und um Aufnahme gebeten. Die Krankenkassen rechnen sich laut eigenen Angaben auch nicht damit, dass sich die bisher erreichten Zahlen bis zum 31.12. noch spürbar ändern werden.

Eine Feststellung, die durchaus Anlass zur Sorge gibt. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Gesundheitskosten jährlich steigen und Nichtversicherte sich oft überschulden, wenn sie tatsächlich einmal eine aufwändige Behandlung oder teure Medikamente benötigen.

 

UPDATE 20.12.2013

Zahl der GKV Rückkehrer zu gering

Kurz vor Ablauf der Frist, in deren Rahmen Nichtversicherte in eine gesetzliche oder private Krankenversicherung zu optimierten Konditionen eintreten können, ist die Anzahl der Meldungen sehr gering. Der Verband der gesetzlichen Krankenversicherungen spricht in einer Stellungnahme von lediglich knapp 5.000 Anmeldungen seit August diesen Jahres. Um eine ungefähre Vorstellung von den Einsparungen für Nichtversicherte, die sich bis zum 31.12.2013 in einer gesetzlichen Kasse versichern, zu geben, sei gesagt, dass den rund 5.000 bisher Nichtversicherten insgesamt Beitragsschulden von etwa 15 Millionen Euro erlassen wurden.

Auch 2014 vergünstigte Konditionen für GKV Rückkehrer

Nichtversicherte, die erst im Jahr 2014 in eine gesetzliche Krankenversicherung eintreten, können dennoch vergünstigte Konditionen erhalten. Allerdings nicht mehr in dem Umfang, als wenn sie noch vor Jahresende 2013 in eine GKV eingetreten wären. Zwar werden ihnen die fälligen Säumniszuschläge in voller Höhe erlassen, jedoch nicht sämtliche Beitragsschulden.

Krankenversicherung noch 2013: Eile ist geboten

Wer also über keine Krankenversicherung verfügt, tut gut daran, sich noch bis zum 31. Dezember entweder gesetzlich oder privat krankenzuversichern und dabei die Vorteile zu nutzen, welche beide Systeme bisherigen Nichtversicherten bei rechtzeitigem Vertragsabschluss bieten. Einen genauen Vergleich zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung finden Sie hier

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