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GKV

GKV: FDP fordert Abschaffung der Praxisgebühr

8. März 2012

Die angesammelten Überschüsse der gesetzlichen Krankenversicherung überragend die gesetzlich vorgeschrieben 3 Milliarden Euro mittlerweile bei weitem. Bereits in der Vergangenheit wurden immer wieder Stimmen laut, die eine Senkung der Beiträge zur GKV forderten. Viele Krankenversicherer erteilten diesen Anfragen jedoch eine Absage, das Geld werde an anderen Stellen sowie zur Zukunftssicherung dringend benötigt. Nun steht eine neue Forderung im Raum, der Überschuss soll für eine Abschaffung der Praxisgebühr verwendet werden.

 

Praxisgebühr als Regulierungsmittel der Arztbesuche

Wer zum ersten Mal im Quartal einen Arzt aufsucht, der muss dafür 10 Euro entrichten. So sieht es die Praxisgebühr vor. Ursprünglich war die Praxisgebühr dafür gedacht, das Arztbesuch-Verhalten der Versicherten zu beeinflussen und sie davon abzubringen, „überflüssige“ Arztbesuche zu tätigen. Experten erkannten jedoch relativ schnell, dass diese Methodik keinen wirklich Erfolg brachte, die Zahlen der Arztbesuche blieben unverändert. Die Praxisgebühr verschafft den gesetzlichen Krankenversicherungen pro Jahr rund 2,1 Milliarden Euro zusätzlich. Da sich viele Krankenversicherer gegen eine Senkung der Beiträge sträubten, fordern einige Politiker nun die Abschaffung der Praxisgebühr.

 

Abschaffung der Praxisgebühr

Für diesen Vorschlag ist die FDP verantwortlich, wie die Rheinische Post berichtet. Bereits in ihrem Koalitionsvertrag hatte die FDP zusammen mit der Union eine Praxisgebührreform vereinbart. Eine komplette Streichung bzw. Aussetzung der Praxisgebühr lehnte die Union jedoch ab. Nun fordert FDP-Gesundheitspolitiker Heinz Lanfermann, den Überschuss der gesetzlichen Krankenkassen zu nutzen und die Praxisgebühr abzuschaffen.

 

 

Nur wenige Krankenversicherer wollen Prämien ausschütten

Ursprünglich forderten viele Politiker und Branchenexperten, die Überschüsse der Krankenkassen in Form von Prämien an die Versicherten weiterzureichen. Jedoch nur einige wenige Krankenversicherer entschiedenen sich für diese Handhabung. Insgesamt 6 Krankenversicherer wollen Prämien zwischen 35 und 70 Euro als Einmalzahlung an ihre Versicherten ausschütten.

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