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GKV

GKV: Debeka will 345 Millionen Euro an Versicherte ausschütten

31. Mai 2012

Während sich viele gesetzliche Krankenversicherer gegen die Auszahlung von Prämien sträuben, macht sich der Marktführer, die Debeka Krankenversicherung, bereit, Prämien in Höhe von insgesamt 345 Millionen Euro an 445.000 der rund 2,2 Millionen Versicherten zurückzuzahlen. Dabei macht die Debeka sehr deutlich, dass es ihr mehr um das Wohle ihrer Versicherten als um die Beitragseinnahmen gehe.

 

Überschüsse gehören den Versicherten

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr äußerte sich erst kürzlich sehr kritisch zum Verhalten der gesetzlichen Krankenversicherer. Seiner Meinung nach gehören die Überschüsse den Versicherten und sollten daher auch in irgendeiner Form an dieser zurückgetragen werden. Aktuell zahlen nur rund 10 Krankenversicherer ihren Versicherten die Überschüsse in Prämienform zurück. Alternativ dazu forderte Bahr, die Praxisgebühr auszusetzen. Während Bahr weiter die Ausschüttung der Überschüsse fordert, stehen die Landesregierungen von Sachsen und NRW deutlich hinter den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK). Die Krankenkassen sollten möglichst gut wirtschaften, so dass Zusatzbeiträge auf lange Zeit vermieden werden können, so CDU-Sprecherin Christine Clauß.

 

Auszahlungen von 3 Milliarden Euro in den letzten 10 Jahren

Nach Angaben von Debeka Vorstand Uwe Laue konnte die Debeka in den letzten 10 Jahren Rückerstattungen von rund 3 Milliarden Euro an die Versicherten tätigen. Es sei eine Selbstverständlichkeit, dass die Beiträge, die den Versicherten gehören, auch an sie zurückgetragen würden. Laue versteht zudem nicht, warum sich so viele der anderen Krankenversicherer bei den Auszahlungen so zieren würden.

 

 

Rückzahlungen gehören eigentlich den Steuerzahlern

Wenn man es ganz genau nimmt, müssten die Überschüsse nicht an die Versicherten, sondern indirekt an die Steuerzahler zurückgetragen werden. Denn die gesetzlichen Krankenkassen erhalten Subventionierungen aus dem Bundeshaushalt, welcher schließlich von Steuerzahlern finanziert werde. Bei einer Prämienauszahlung würden dann nur die Beitragszahler eine Rückzahlung erhalten, die Steuerzahler jedoch würden leer ausgehen.

 

Viele Krankenversicherer verweigern Prämienausschüttung

Die gesetzlichen Krankenversicherungen sehen die Sache jedoch deutlich anders. Zwar sollen auch die Versicherten von den Überschüssen profitieren, allerdings eher in anderer Hinsicht. Zusatzbeiträge könnten mit den Überschüssen abgewendet werden, was ja letztendlich auch den Versicherten zu Gute kommen würde. Bahr wirbt unterdes weiterhin für eine Auszahlung der Überschüsse bei den gesetzlichen Versicherern. Auch eine Prämienpflicht sei nicht auszuschließen. Diese könne noch in diesem Jahr umgesetzt werden, so Bahr.

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