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PKV

GKV: BRH kritisiert Kassen-Management

24. November 2011

Aus dem aktuellen Bericht des Bundesrechnungshofs zur Haushaltsführung der gesetzlichen Krankenversicherung geht hervor, dass bei einigen Krankenkassen im Sektor der Mietkosten ein extremes Missmanagement sowie große Fehlkalkulationen herrschen. Dieser Bericht wurde nun dem Bund vorgelegt, im gleichen Zug forderte der Bundesrechnungshof Konsequenzen für die Personen, die die Krankenkassen zu diesen Missständen geführt haben.

 

Missmanagement bei Bürovermietung

Um das Missmanagement einiger Krankenkassen zu verdeutlichen, führte der Bundesrechnungshof als Beispiel 2 Fälle auf, in denen erheblich mehr Büroflächen angemietet wurden, als benötigt wurden. Die restlichen Flächen wurden in beiden Fällen dann mit erheblichen finanziellen Verlusten an Untermieter weiter vermietet. In einem Fall waren es insgesamt 32.000 qm die angemietet waren, die Krankenkasse nutzte jedoch nur rund 13.500 qm und vermietete den Rest unter Verlust weiter. Im 2. Beispiel lag die Fläche bei 19.000 qm, von denen nur 8.000 Verwendung fanden. Der Rest wurde jedoch nicht weitervermietet um den Verlust zu schmälern, sondern stand einfach leer.

 

BRH fordert Kontrollen für Krankenkassen-Mietverträge

Viele Krankenversicherer lassen sich jedoch neben diesen Fehlkalkulationen auch Büroflächen zu wesentlich schlechteren Konditionen vermitteln, als eigentlich üblich. Der Bundesrechnungshof schlug daher vor, Kontrollen für den Abschluss von Mietverträgen für Krankenkassen einzuführen. Damit soll verhindert werden, dass Krankenkassen unwirtschaftliche Mietverträge abschließen würden. Inwieweit die Krankenkassen mit einem derartigen Schritt einverstanden wären, ist fraglich. Immerhin würde es sich hierbei um einen weiteren Einschnitt in die selbstständig der gesetzlichen Krankenversicherungen handeln, und das obwohl die Kassen erst kürzlich nach mehr Selbstbestimmung verlangten.

 

 

Steigende Verwaltungskosten trotz Fusion

Häufig führen Krankenkassen auch als Fusionsgrund die Einsparung von Verwaltungskosten auf. Dies soll durch die Zusammenlegung der Verwaltungen geschehen. Diesem Punkt widersprach der BRH jedoch und stellte klar, dass diese selbstgesteckten Ziele von den meisten Krankenversicherungen nicht eingehalten werden konnten. Ganz im Gegenteil, in fast allen Fällen stelle der BRH sogar steigende Verwaltungskosten von bis zu 18 Prozent fest.

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