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GKV

GKV: BKK für Heilberufe steht vor der Pleite

24. Oktober 2011

Die Pleite der BKK für Heilberufe steht unmittelbar bevor. Nachdem die Fusion mit der BKK vor Ort platzte und auch die AOK Rheinland / Hamburg ihr Angebot an die finanziell angeschlagene Kasse zurückzog, dürfte es jetzt schwer werden, das Fusionsinteresse einer weiteren Krankenversicherung zu wecken. Auch ein großes Problem: Die anfänglichen Fusionskosten von rund 28 Millionen Euro haben sich mittlerweile verdreifacht. Die neue Krankenkasse müsste also rund 90 Millionen Euro für eine komplette Sanierung der BKK für Heilberufe aufbringen.

 

Zusatzbeitrag kostet BKK für Heilberufe 320.000 Mitglieder

Die Schließung der BKK für Heilberufe ist nach Ansicht des BKK-Bundesverbands-Chef Heinz Kaltenbach aufgrund der riesigen finanziellen Kosten nur eine Frage der Zeit. Mittlerweile wurde durch das Bundesversicherungsamt (BVA) ein Anhörungsverfahren eingeleitet. Nach dieser Anhörung bestimmt das BVA über die mögliche Schließung der BKK für Heilberufe. Kaltenbach hält dies lediglich für eine Formalität, die Kasse sei in sich nicht mehr allein lebensfähig. Eine endgültige Pleite sei nur eine Frage der Zeit. Als Grund für die finanziellen Missstände der BKK für Heilberufe sieht Kaltenbach die zu geringen Zuwendungen des Gesundheitsfonds. Die Zuwendungen hätten vorne und hinten nicht gereicht, wodurch ein Zusatzbeitrag fällig wurde, der die BKK für Heilberufe viele Mitglieder kostete. Die Zahl der Versicherten sank innerhalb kürzester Zeit von knapp 400.000 auf nur noch etwa 80.000 Versicherte.

 

Gesundheitliche Versorgung der Versicherten ist gewährleistet

Sollte es zu einer Schließung am 01. Januar 2012 kommen, so müsse das Interesse zunächst den Versicherten gelten. Diese müssten sich dann eine neue Krankenversicherung suchen. Um einen lückenlosen Übergang in die neue Krankenversicherung zu garantieren, sollen die Versicherten früh genug über den Verbleib der BKK für Heilberufe informiert werden. Auch Gesundheitsminister Daniel Bahr versprach gegenüber der Bild am Sonntag eine lückenlose Versorgung der BKK für Heilberufe – Versicherten. Ein Fiasko wie im Falle der City BKK gilt es zu vermeiden. Jede gesetzliche Krankenkasse sei dazu verpflichtet, jeden Versicherten egal wie alt und krank, aufzunehmen. Bei Zuwiderhandlung drohen empfindliche Strafen. Im Falle der City BKK lehnten einige Krankenkassen ältere und kranke Versicherte ab und verwiese diese an andere Krankenkassen.

 

 

GKV-System nicht auf Insolvenzen ausgelegt

Trotz der Annahmepflicht und der aus der Pleite der City BKK gewonnen Erfahrung erwartet Lauterbach Schwierigkeiten im Falle einer tatsächlichen Insolvenz der BKK für Heilberufe. Das System sei nicht auf derartige Fälle vorbereitet und ausgelegt, so Lauterbach. Der Krankenkassenwechsel soll den verblieben Versicherten der BKK für Heilberufe jedoch vereinfacht werden. So soll jedes Mitglied eine Liste mit verfügbaren Krankenversicherungen erhalten und diese dann einfach per ankreuzen auswählen können. Den Übergang zur neuen Krankenversicherung soll dann die BKK für Heilberufe abwickeln.

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