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GKV

GKV: BKK für Heilberufe kurz vor der Pleite

17. Oktober 2011

Es war bereits im Vorfeld bekannt und kommt keinesfalls überraschend. Allerdings war die Hoffnung groß, einen geeigneten Fusionspartner zu finden. Nach Bekanntwerden der Fusionskosten von rund 53 Millionen Euro sprang aber auch die letzte Hoffnung der BKK für Heilberufe, die BKK vor Ort. Laut Insiderberichten könnte sich nun lediglich die AOK Hamburg / Rheinland eine Fusion vorstellen, allerdings handelt es sich hierbei mehr um ein Gerücht als um eine bestätigte Aussage. So könnte es zum 01. Januar 2012 zur nächsten großen Krankenkassenschließung kommen. Rund 80.000 Versicherte müssten sich dann nach einer Krankenkasse umsehen.

 

Fusionpartner abgesprungen

Die große Krise der BKK für Heilberufe entstand, als sie 2009 erstmals einen Zusatzbeitrag erhob. Dieser hatte einen massiven Mitgliederschwund zur Folge und riss die Krankenkasse immer mehr in große finanzielle Probleme. Nun ist es soweit, das nur noch eine Fusion vor der drohenden Pleite schützen kann. Als allerdings bekannt wurde, das die veranschlagten Fusionskosten von ursprünglich knapp 28 Millionen Euro auf rund 53 Millionen Euro angestiegen waren, sprang auch der letzte Strohhalm, die BKK vor Ort als Fusionspartner ab.

 

Großer Mitgliederverlust durch Zusatzbeitrag

Anfang 2011 führte das Bundesgesundheitsministerium die variablen Zusatzbeiträge ein. Diese waren ursprünglich für Fälle wie diese gedacht, in denen Krankenkassen in finanziellen Nöten stecken. Scheinbar wurde dabei allerdings nicht das Sonderkündigungsrecht der Versicherten bedacht. Auch in anderen Krankenversicherungen hatte sich die finanzielle Situation nach einer Zusatzbeitragserhebung massiv verschlechtert. Ein weiteres großes Problem ist häufig, das es meist die jungen und gesunden Menschen sind, die in so einer Situation zu einer anderen Krankenversicherung wechseln. Ältere und kranke Versicherte verbleiben häufig in der Krankenversicherung und sorgen so für ein unausgeglichenes Verhältnis zwischen kranken und gesunden, bzw. jungen und alten  Versicherten.

 

 

Fehler der City BKK sollen sich nicht wiederholen

Im Falle einer möglichen Insolvenz der BKK für Heilberufe soll das Abwicklungsprozedere aber wesentlich Verbraucher-freundlicher ablaufen. Man habe aus dem Falle der City BKK gelernt, gab GKV-Spitzenverbandschef Heinz Kaltenbach bekannt.  Im Falle einer erneuten Pleite sollen die Versicherten eine Liste mit möglichen Krankenkassen zum Ankreuzen erhalten. So soll den Versicherten der Wechsel vereinfacht werden und eine lückenlose Übergangszeit garantiert werden.  Auch eine Abweisung der Versicherten wie im Falle der City BKK soll es nicht noch einmal geben. Bei Zuwiderhandlungen drohen der Krankenkasse harte Sanktionen.

 

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