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GKV

GKV: BKK für Heilberufe kurz vor der Pleite

11. Oktober 2011

Die BKK für  Heilberufe scheint immer näher an eine Insolvenz zu rutschen. Laut Insiderberichten könne lediglich eine schnelle Fusion der finanziell angeschlagenen Krankenkasse noch helfen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Kosten für eine Fusion von 30 Millionen Euro auf knapp 53 Millionen Euro angestiegen sind. Allerdings ist der Verband der Betriebskrankenkassen nicht bereit, eine derart hohe Summe für einen möglichen Fusionspartner aufzubringen.

 

Fusionskosten auf 53 Millionen Euro gestiegen

Eine mögliche Fusion mit BKK vor Ort schien für die angeschlagene BKK für Heilberufe die letzte Möglichkeit zu sein, der drohenden Pleite zu entgehen. Dieses Vorhaben platzte nun aber endgültig, als bekannt wurde, dass die Fusionskosten um fast das Doppelte auf knapp 53 Millionen Euro angestiegen waren. Das Bundesversicherungsamt (BVA) will nun weiterhin versuchen, einen Fusionspartner für die BKK für Heilberufe zu finden. Sollte dieses Vorhaben scheitern, könnte der Krankenkasse bereits zum Ende des Jahres eine Schließung drohen. Der BKK-Verband will am heutigen Dienstag auf einer Sitzung über das weitere Vorgehen beraten, um ein erneutes Fiasko wie im Falle der City BKK zu vermeiden. Viele der Versicherten der City BKK hatten nach der Schließung große Probleme, eine neue Krankenversicherung zu finden. Viele Krankenversicherungen versuchten, die teilweise sehr kranken und alten Versicherten der City BKK an andere Krankenkassen abzuwälzen.

 

 

120.000 Versicherte müssten sich eine neue Krankenkasse suchen

Sollte die BKK für Heilberufe geschlossen werden, so müssten sich rund 120.000 Versicherte um eine neue Krankenversicherung bemühen. Bereits im Falle der City BKK hatte dies zu großen Schwierigkeiten geführt, da Versicherte teilweise von anderen Krankenversicherungen abgelehnt wurden oder bereits so alt/krank waren, das ein Wechsel aus eigener Kraft sehr schwer fiel. Um eine Wiederholung des City BKK-Falls zu vermeiden, sollen die Versicherten in ähnlichen Fällen künftig eine Liste mit verfügbaren Krankenkassen erhalten, auf der sie lediglich die gewünschte neue Krankenversicherung ankreuzen müssen. Die Formalitäten werden dann von der alten Krankenversicherung übernommen. Rund 150 Mitarbeiter müssten sich dann einen neuen Job suchen.  90 Mitarbeiter wurden bereits vergangenen Monat gekündigt worden, um Kosten einzusparen. Gründe für die finanziellen Probleme der BKK für Heilberufe sehen Experten im Missmanagement der Führungsetage sowie dem damit verbundenen Mitgliederschwund.

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