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GKV

GKV: Barmer GEK beklagt steigende Anzahl von Operationen

21. September 2011

Nachdem sich die gesetzlichen Krankenversicherungen in letzter Zeit über rückläufige Kosten aufgrund der Arzneimittelrabatte freuen konnten, veröffentlicht die Barmer GEK nun unschönen Zahlen. Anstatt eine kostengünstigere Therapie zu verordnen, verordnen immer mehr Ärzte ihren Patienten teure Operationen. Häufig würde das Problem auch mit Medikamenten oder leichten  Therapien in den Griff zu kriegen sein, aber die greifen immer häufiger zur Skalpell-Lösung. Dies gab der stellvertretende Barmer GEK-Chef Rolf-Ulrich Schlenker heute in Berlin bekannt.

 

Ärzte raten immer häufiger zu Operationen

Statt den Patienten schon frühzeitig zu einer Operation zu raten, sollten Ärzte häufig auf die Verordnung von Hilfsmitteln und Therapien zurückgreifen, so Schlenker. Laut Aussage der Barmer GEK erkranken jedes Jahr rund 470.000 Menschen in Deutschland an einem Venenleiden. Über 70 Prozent, insgesamt knapp 300.000 Menschen lassen sich jedes Jahr einer Krampfader-Operation mit anschließendem Aufenthalt im Krankenhaus unterziehen. Zuviel wie Schlenker findet. Häufig läge für eine derartige Operation gar keine medizinische Notwendigkeit vor.

 

Patienten fehlt es an Durchhaltevermögen

Auch der Autor der Studie, Gerd Glaeske, sieht in vielen Verschreibungen der Ärzte keine Notwendigkeit. Häufig könnte mit Hilfsmitteln wie Rollstühlen, Stützstrümpfen oder Therapien ein wesentlich besseres Ergebnis erzielt werden. Allerdings auch nur dann, wenn Patienten die Therapien ernst nehmen und diese auch bis zum Ende durchziehen. Gleiches gilt auch für die Arbeit mit Hilfsmitteln wie Stützstrümpfen. Diese können nur bei regelmäßigen Tragen zum Erfolg führen. Laut einer weiteren Studie tun dies aber nur rund 37 Prozent aller Patienten mit Hilfsmitteln. Viele Patienten sind nach kurzer Zeit genervt oder haben schlichtweg kein Durchhaltevermögen, so Glaeske.

 

 

Kostenanstieg von fast 25 Prozent bei den Heilmitteln

Die Ausgaben der Barmer GEK stiegen bei den Hilfsmitteln sowie auch bei den Therapien deutlich an. In Vergleich zu 2010 stiegen die Kosten für Hilfsmittelausgaben um rund 5,1 Prozent auf 666 Millionen Euro. Die Kosten Heilmittel wie beispielsweise Therapien stiegen sogar um 7,8 Prozent auf 573 Millionen Euro. Insgesamt gaben alle gesetzlichen Krankenkassen rund 6 Milliarden Euro für Hilfsmittel aus. 4,6 Milliarden Euro mussten alle Kassen für Heilmittel aufwenden. Im Vergleich zu 2010 ein Anstieg von knapp 10 Prozent. Innerhalb der letzten 6 Jahre konnten die Ausgaben für Heilmittel einen Anstieg von knapp 25 Prozent verzeichnen. Die Hilfsmittel-Ausgaben stiegen insgesamt um knapp 15 Prozent.

 

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