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GKV

GKV: Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte gestartet

29. September 2011

Nachdem die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte immer wieder verschoben wurde, soll es nun richtig losgehen. Die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) soll dabei die bisherige Versichertenkarte ersetzen, allerdings bietet sie bisher kaum Vorteile gegenüber der alten Karte. So sollen die Internetfunktion und weitere Zusätze erst im Laufe der kommenden Jahre freigeschaltet werden. Bis Ende des Jahres müssen die Krankenkassen mindestens 10 Prozent ihrer Versicherten mit der neuen eGK versorgt haben, ansonsten drohen empfindliche Strafen.

 

Krankenkassen beginnen mit der eGK-Ausgabe

Der GKV-Spitzenverband ist überzeugt, noch in diesem Jahr die gesetzlich geforderten 10 Prozent, also rund 6,9 Millionen Versicherte mit der neuen eGK auszustatten. Um die neue eGK überhaupt ausgeben und verwenden zu dürfen, ist eine sogenannte Gematik-Zulassung von Nöten. Diese hätten bereits 130 der 153 gesetzlichen Krankenversicherungen, so der Verband. Einige Krankenkassen wie beispielsweise die AOK Plus, die AOK Baden-Württemberg und die AOK Hessen haben bereits mit der Ausgabe der eGK begonnen.

 

Arztpraxen bereiten sich auf eGK-Einführung vor

Auch die Arztpraxen bereiten sich auf die Einführung der neuen eGK vor. Bis Ende des Jahres so ist man sich auf Seiten des GKV-Verbandes sicher, will man rund 90 Prozent aller deutschen Arztpraxen mit einem passenden Lesegerät für die eGK ausgestattet haben. Da noch nicht alle Funktionen der eGK wie beispielsweise die Speicherung von Krankenakten oder der Online-Abruf von Daten zur Verfügung stehen, bräuchten Ärzte bislang auch keine nervenaufreibenden Mehraufwand im Bereich der Bürokratie befürchten. Das Einlesen der Versichertendaten sei bisher nur im Offline-Modus möglich, somit funktioniere die Karte bisher wie die bisherige Versichertenkarte.

 

 

GKV-Verband Konzept soll Struktur-Ausbau beschleunigen

Um die schleppende Einführung der eGK und den Ausbau der eGK-Infrastruktur zu beschleunigen, stellte der GKV-Spitzenverband vor einigen Tagen ein Aufbau-Konzept vor, mit dem der Aufbau der Telematikinfrastruktur deutlich beschleunigt werden könnte. Aber nicht nur der Strukturaufbau könnte den Einsatz der eGK verlangsamen, auch hätte bisher nur ein Bruchteil der Versicherten ein Passbild bei ihrer Krankenkasse eingereicht. Viele Krankenversicherungen böten den Versicherten die Möglichkeit, ein Bild per Post oder auch per Online-Upload bei ihrer Krankenkasse einzureichen.

 

Sanktionen bei Zielverfehlung

Bis Ende 2011 müssen alle Krankenversicherungen mindestens 10 Prozent ihrer Versicherten mit der eGK ausgestattet haben, ansonsten drohen empfindliche Sanktionen. Sollte eine Krankenversicherung dieses Ziel nicht erreichen, so droht eine Minderung der Bezüge aus dem Gesundheitsfond um bis zu 10 Prozent.

 

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